Wusstest du, dass dieses Organ weit über einhundert verschiedene Aufgaben erfüllt? Die Leber liegt im rechten Oberbauch. Ihr unterer Rand schließt mit dem unteren Rippenbogen ab. Auch wenn wir keinen Schmerz verspüren, so kann die Leber dennoch erschöpft sein. Wir spüren das zuerst, wenn unser Energieniveau herabsinkt und wir uns schon am Morgen ausgelaugt und müde fühlen. Müdigkeit ist der „Schmerz“ der Leber.

Was schafft unsere Leber jeden Tag für uns?

Dass sie ein schwer arbeitendes Organ ist, ist noch weit untertrieben. Sie lagert nicht nur viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sondern sie

spaltet Fette in Fettsäuren auf,

sie kontrolliert die Produktion von Cholesterin,

hilft bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels,

speichert Glukose, produziert Galleflüssigkeit,

sie baut alte und kranke Körperzellen ab und neue körpereigener Zellen wieder auf,

filtert alte und abgestorbene Blutzellen aus dem Blut und baut sie ab,

produziert verschiedene Gerinnungs- und Immunfaktoren und

sie reinigt und „entschärft“ permanent Giftstoffe aller Art aus unserem Blut und baut sie in weniger schädigende Substanzen um, damit sie entweder gelagert oder ausgeschieden werden können.

All diese Funktionen sind extrem wichtig, denn sie erhalten uns am Leben.

Die Entgiftungsfunktionen genauer betrachtet

Wenn wir von Entgiftung sprechen, dann ist es wichtig zu erklären, was Giftstoffe in diesem Zusammenhang sind: so werden Substanzen bezeichnet, welche Krankheiten oder Tod auf Zellebene verursachen können.

Wir sind täglich solcher Substanzen ausgesetzt, sei es durch die Umweltverschmutzung, durch Medikamenteneinnahme, durch Parasiten aller Art, durch Pestizide, Herbizide und Fungizide in unseren Lebensmitteln, durch künstliche Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln, durch verunreinigtes Wasser oder auch durch den Konsum von Alkohol und anderen Suchtmitteln.

Unsere Leber wandelt also alle gefährlichen Stoffe in weniger gefahrvolle Stoffe um, welche dann über den Urin oder über die Galleflüssigkeit und somit den Stuhl ausgeschieden werden können.

Viele der gefährlichen Stoffe sind jedoch nur fettlöslich und hier benötigt die Leber Sauerstoff und diverse Enzyme, um diese Stoffe in wasserlösliche umzuwandeln. Andernfalls würden wir solche Stoffe nur in unseren Fettdepots (Giftmülldeponien) lagern können, wenn der Leber die nötigen Mikronährstoffe fehlen , um diese Enzyme herstellen zu können.

Ist die Leber jedoch zu stark belastet durch Schwermetalle und andere Schadstoffe ( Quecksilber, Blei, Aluminium, Cadmium, Nitrat u.a.) und / oder wegen lange währender Nährstoffdefizide durch den Konsum von Fastfood- und Fertignahrung , kann sie diese wichtigen Enzyme nicht mehr herstellen und die Entgiftungsarbeit erlahmt. Die starken Zellgifte, die nun nicht mehr vollständig „entschärft“ werden können, schädigen auch die Leberzellen und die Leberschwäche wird intensiver, der Körper und das Immunsystem immer schwächer wir können nicht mehr genügend regenerieren und altern schneller.

Wenn dann noch ein regelmäßiger Konsum von Alkohol, Fructose und Medikamenten dazu kommt, kann die Leber krank werden (Fettleber-Hepatitis) und in schlimmen Fällen sogar den Dienst versagen.

Wie entlaste ich meine Leber ganzheitlich und helfe ihr zu regenerieren?

Die Leber verfügt über eine enorme Regenerationsfähigkeit und so ist auch eine Fettleber wieder heilbar bzw. umkehrbar.

Folgende Dinge entlasten die Leber und helfen ihr zu heilen:

  • Täglich ausreichend frisches, stilles Wasser trinken (2-3l je nach Körpergewicht)
  • Eine gründliche Darmreinigung und Darmsanierung vornehmen, um die Giftstoffe schneller aus dem Körper zu leiten und die Resobtionsfähigkeit der Darmschleimhäute für Mikronährstoffe zu erhöhen
  • Bitterstoffe zu den Mahlzeiten einnehmen, um die Sekretion der Verdauungssäfte anzuregen
  • Auf Fertignahrung und Fastfood verzichten und die Ernährung auf frische, regionale und saisonale Lebensmittel umstellen (Base überschüssig ernähren)
  • Regelmäßig Leberwickel machen, um die Durchblutung der Gewebe zu fördern
  • Kurkuma und Mariendistelsamen zur Ernährung ergänzen, da beide die Regenerationsfähigkeit der Leber fördern
  • Keinen Alkohol, keinen Haushaltszucker und keine konzentrierte Fructose mehr konsumieren.
  • Nach Möglichkeit keine unnötigen Medikamente einnehmen.
  • Für seelische Ausgeglichenheit sorgen und sich eine harmonische Umgebung zum Wohlfühlen schaffen, denn die Leber ist direkt mit unseren Emotionen von Wut, depressiver Verstimmung und Sorgen verbunden.

Im Juni sind die Mariendisteln erntebereit

Für mich gibt es kein überzeugenderes Naturheilmittel zur Unterstützung der Leberregeneration als die Samen der Mariendistel (Silybum marianum).

Diese Distel wächst eigentlich in ganz Europa aber leider ist sie zum Selbstanbau in ausreichender Menge wahrscheinlich zu groß, denn eine Pflanze kann gut einen Quadratmeter Platz benötigen und in der Wildnis ist sie in Mitteleuropa sehr selten geworden. Hier in der Türkei findet man sie noch häufiger.

Eine Pflanze treibt im Durchschnitt zehn Blüten, aus denen sich dann die Samenkörbchen entwickeln. Ein Samenkörbchen enthält schätzungsweise 30-4o Samenkörner, was in etwa zeigt, wieviel Pflanzen nötig wären, um ca. 1 kg Samen zu erhalten, damit man eine längere Leberunterstützung durchführen kann. Deshalb ist es evtl. einfacher, sich die Samen in einer Drogerie zu bestellen. Ab Juni sollte es die frische Ernte des Jahres jeweils zur Verfügung stehen.

Warum und wie verwende ich Mariendistelsamen zur Leberregeneration?

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Die reifen Samen dieser Korbblütlerpflanze sind ungefähr 6-7 mm lang , glatt und sind grau bis bräunlich gefärbt. Sie enthalten den heilenden Wirkstoff Silymarin, der zu den am besten untersuchten, pflanzlichen Wirkstoffen gehört und offiziell als Medikament zugelassen ist.

 

Silymarin hat folgende Eigenschaften:

Es beeinflusst in direkter Weise die Membranen der Leberzellen (Schutz vor Eindringen weiterer Gifte in die Leberzellen))

Es wirkt antioxidativ und schützt vor freien Radikalen (Schutz vor Zellschädigung)

Es beschleunigt die Regeneration der Leberzellen

Es hemmt die Bildung von vernarbten Lebergewebe (Fibrosierung, durch Lebererkrankungen ausgelöst)

Mariendistelsamen können roh und zerkaut oder gemörsert und als Tee gebrüht oder gemahlen und als Pulver eingenommen werden.

 

Die empfohlene Tagesdosis sind etwa 15 g Samen, das entspricht in etwa einer Dosis von 200-400mg Silymarin.

Die Zubereitung als Tee ist weniger wirksam als die Einnahme im Rohzustand durch gründliches Kauen und einspeicheln. Möchtest du trotzdem einen Tee aus den Samen zubereiten, dann verwende 2 Teelöffel angemörserte bzw. zerstossene Samen und übergiesse sie mit 250 ml kochendem Wasser. Lass den Tee zugedeckt mindestens 15 min ziehen. Zur geschmacklichen Aufwertung kannst du gern Fenchelsamen hinzufügen, denn der Mariendistelsamentee ist leicht fettig und hat wenig Eigengeschmack.

Ein gehäufter Teelöffel Samen sind ca. 3-4 g (je nach Größe des Löffels), das heißt, es werden ca. 4 Teelöffel Samen pro Tag empfohlen.

Ich empfehle das Essen von zwei Teelöffeln Samen jeweils am Morgen auf nüchternen Magen und abends vor dem Zubettgehen.

Da die Leber eine hohe Regenerationsfähigkeit besitzt, kann innerhalb eines halben Jahres bei Beachtung der Punkte zur ganzheitlichen Leberentlastung und unter der Voraussetzung, dass die Leber noch nicht unumkehrbar geschädigt ist (Leberzhirrose) , eine vollständige Regeneration möglich werden.

 

Deine

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.