Lange bevor es zur gefürchteten Diabetes Typ 2 Erkrankung kommt, existieren erkennbare Risiken, welche auch unter dem Synonym Prädiabetes zusammengefasst werden können. In Amerika sind schon mehr als 40 Prozent aller Personen über 50 Jahre betroffen, Tendenz steigend.

Was ist die Prädiabetes?

Eine Prädiabetes ist die sogenannte Vorstufe der Diabetes Typ 2 und geht mit einer zunehmenden Insulinresistenz einher. Das heißt, ab einem bestimmten Punkt verschließen die Körperzellen sich gegen die Aufnahme von Glukose: das Schlüsselloch- Schlüsselprinzip von Insulin und Körperzelle blockiert zunehmend. So bleibt zuviel Zucker im Blut, der dort Schäden an Geweben und Organen anrichtet. Es ist die sogenannte Grauzone vor der Diabetes Typ2 ( Diabetes mellitus Typ2).

Symptome einer Prädiabetes

Die meisten Personen mit Prädiabetes haben viel Durst, müssen oft urinieren, fühlen sich müde und abgeschlagen und leiden unter Hyperinsulinismus.

Hyperinsulinismus ist eine Erscheinung, bei der 2-3 Stunden nach einer Mahlzeit der Blutzucker deutlich unter den Normalwert fällt (bei vielen unter 70mg/dl), was damit zusammenhängt, dass der Insulinstoffwechsel schlecht funktioniert. Bei Personen mit Prädiabetes kommt es auch öfter zu braunen Hautverfärbungen und Verdickungen an verschiedenen Körperstellen wie z. Bsp. im Nacken oder an den Händen. Ein weiteres Symptom ist, auch unter Anstrengungen kein Körpergewicht mehr verlieren zu können.

Wie entsteht eine Unterzuckerung und was ist Hyperinsulinismus?

Bei einer vollwertigen Ernährung auf der Basis von naturbelassenen Lebensmitteln ohne isolierte Kohlenhydrate kann der Blutzuckerspiegel leicht reguliert werden und es kommt kaum zu Schwankungen.

Die Bauchspeicheldrüse schüttet die richtigen Mengen Insulin und Glukagon aus, so dass der Blutzuckerspiegel nahezu konstant bleibt und wir uns ausgeglichen, satt und leistungsstark fühlen.

Bei einer Ernährung mit hauptsächlich isolierten Kohlenhydraten oder mit Lebensmitteln mit einer hohen glykämischen Last, können die immer wieder erhöhten Zuckermengen dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse durch den Zuckerschock immer öfter viel zu viel Insulin ausschüttet. Diese hohen Mengen Insulin im Blut führen dazu, dass viel zu viel Glukose in die Zellen befördert wird und der Blutzuckerspiegel weit unter normal absinkt (Unterzuckerung).

Kommt es immer häufiger zur Unterzuckerung, gerät man in einen Teufelskreis, denn oft wird für ein schnelles Wohlfühl- Gefühl ein Snack aus isolierten Kohlenhydraten nachgeschoben, um rasch den Blutzucker wieder anzuheben. Typische Unterzuckerungssymptome sind Herzklopfen, Stimmungsschwankungen, Kopfweh, übermäßigem Schwitzen, zittern und schnellem Puls, Nervosität oder Aggressivität, Stimmungsschwankungen.

Vom Hyperinsulinismus zur Insulinresistenz

Normaler Weise würde bei Unterzuckerung das Glukagon in der Leber aus Glykogen Glukose bilden und diese ans Blut abgeben. Liegt jedoch ein Hyperinsulinismus vor, dann verhindert das Zuviel an Insulin im Blut die Ausschüttung von Glukagon. Der Blutzucker bleibt niedrig und es bricht Heißhunger aus, der dann gern mit schnellen Kohlenhydraten gestillt wird.

Im Laufe der Zeit kann Hyperinsulinismus zu einer Insulinresistenz führen, worauf früher oder später Diabetes Typ 2 folgt. Das kommt daher, dass die Körperzellen irgendwann auf das viele Insulin einfach aufhören zu reagieren und so bleibt der Zucker im Blut, wo er verheerende Schäden anrichtet. Gleichzeitig hungern die Zellen und die betreffende Person hat ständig Appetit- bevorzugt auf Zucker und isolierte Kohlenhydrate.

Eine Prädiabetes ist klar diagnostizierbar und es ist notwendig, dass sie erkannt wird, denn unerkannt läuft man nicht nur Gefahr, an Diabetes Typ 2 erkranken, sondern auch die Risiken für Nierenerkrankungen und Herzkrankheiten steigen deutlich an.

Welches sind die Risikogruppen für Prädiabetes?

Statistisch gesehen sind folgende Gruppen mehr gefährdet, eine Prädiabetes zu entwickeln:

  1. Personen ab dem Alter von 45 Jahren
  2. Frauen erkranken 50 % häufiger als Männer
  3. Wenn der Nüchtern- Glukosewert bei über 100mg/dl liegt
  4. Je höher der Körperfettanteil ist, desto höher ist das Risiko
  5. Wer einen hohen Blutdruck hat
  6. Wenn der HDL Cholesterin Wert unter 35 mg/dl liegt
  7. Wenn der Triglycerin Wert über 250mg/dl liegt
  8. Wenn man regelmäßig unter Schlafstörungen leidet
  9. Je inaktiver der Lebensstil ist, desto höher das Risiko
  10. Wenn Diabetes schon in der Familie vorkommt

Einige verschiedene Blutwerte können helfen, eine Prädiabetes festzustellen

Ein wichtiger Wert ist der HbA1c

Dieser Wert erlaubt Rückschlüsse auf den Blutzuckerwert der vergangenen 8-12 Wochen und stellt die Farbnuance des „gezuckerten „Blutes dar.

Dieser Zeitraum hängt mit der Lebensdauer der roten Blutkörperchen zusammen, die regelmäßig erneuert werden. Je öfter und länger die Blutzuckerwerte erhöht sind, desto höher ist der HbA1c-Wert. Ist dieser Wert größer als 6,5 , dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Diabetes Typ 2 hoch. Bei einem Wert zwischen 5,7 und 6,4 spricht man von Prädiabetes.

Der morgendliche Plasma- Glukosewert (nach mindestens 8 stündigem Fasten – also weder essen noch trinken) zeigt ebenfalls eine evtl. Prädiabetes an, wenn er zwischen 100 und 125mg/dl liegt.

Ein Blutzuckertest nach dem Konsum eines bestimmten süßem Getränks, der nach zwei Stunden durchgeführt wird, zeigt an, wie gut der Körper Zucker verwertet.

Liegt dieser Wert zwischen 140 und 199 mg/dl , dann kann man von einer Prädiabetes ausgehen.

Alle Werte darüber werden schon der Diabetes Typ 2 zugeordnet.

Mit welchen Maßnahmen senkt man das Risiko, eine Prädiabetes zu entwickeln? Oder kann man sie rückgängig machen?

Der Weg führt nur über eine grundlegende Änderung der Ess- und Lebensgewohnheiten, denn wenn man es nur halbherzig angeht, ist die Wahrscheinlichkeit einer Heilung der Insulinresistenz gering.

  1. Der Körperfettanteil muss verringert werden, wenn Übergewicht vorliegt, denn normales Körpergewicht verringert zu mehr als 50 % das Risiko, an Diabetes zu erkranken.
  2. Die Ernährung sollte so umgestellt werden, dass nur noch Lebensmittel verzehrt werden, welche dem Körper helfen, leichter eine Blutzuckerbalance aufrecht zu erhalten.
  3. Ein konstant guter Magnesiumspiegel hilft dabei, die Zellen für die Aufnahme von Glukose nach und nach wieder zu öffnen
  4. Die Einnahme von Zimt und Ingwer unterstützt einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel und hilft dabei, Blutzuckerspitzen zu vermeiden.
  5. Eine aktivere Lebensweise unterstützt den Zellstoffwechsel und hilft dabei, Unausgeglichenheit und Stimmungstiefs zu vermeiden. Eine vermehrte Nachfrage von Glukose durch die Zellen aktiviert zunehmend auch wieder langsam die Normalisierung des Insulinstoffwechsels und Heißhunger Attacken verschwinden.
  6. Für einen guten und festen Schlaf sorgen, denn es verbessert den Zellstoffwechsel, verringert die Cholesterinwerte und erhöht die Regenerationsfähigkeit unseres Körpers.

Die effektivsten Maßnahmen der Ernährungsumstellung für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel

Der wichtigste Punkt ist der konsequente Verzicht auf isolierte Kohlenhydrate und Fertigprodukte und Fertignahrungsmittel aller Art. Zu den isolierten Kohlenhydraten zählen:

Weißmehl und alle Produkte daraus,

Zucker- auch Rohrzucker, Agarvendicksaft oder Birnendicksaft und alle Produkte, die Zucker enthalten

Außerdem sind folgende Nahrungsmittel schädlich und verschlechtern auf Dauer die Situation:

Kaffee, tierische Fette und Öle mit hohem Omega 6 FS Anteil, Alkohol, Milchprodukte, rotes Fleisch, weißer Reis, süße Früchte und Trockenfrüchte in Mengen

Lebensmittel, welche sehr empfehlenswert sind, weil sie eine Prädiabetes verringern oder verhindern helfen:

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Frisches Obst und Gemüse aller Art und am besten der jeweiligen Saison, Lebensmittel mit hohem Ballaststoffanteil, Nüsse, Sprossen, Samen, komplexe Kohlenhydrate wie Quinoa, Chia, Vollkornreis, Hirse, Buchweizen,

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Lupine,

Gesunde Fettsäuren wie: Hanföl, Leinsamenöl, Olivenöl, Kokosöl

Gesunde Süßungsmittel wie Stevia, der die Bauchspeicheldrüse nicht anregt aber den Drang nach Süßem stillt, Flohsamenschalenpulver, Brennnesselsamenpulver oder gemahlenen Leinsamen zur Erhöhung des Ballaststoffanteils in der Nahrung

Algen-, Kräuter- und Blattpulver zur Erhöhung der Aufnahme von Mikronährstoffen und zum Ausgleich von Mangelerscheinungen wie Spirulina, AFA Algen, Moringa-, Gertsengras- oder Brennnesselpulver ( alles stark basisch und Nieren entlastend)

Ausgleich eines möglichen Mineralstoffmangels durch Magnesiumbäder, Kräutertees und Sango Koralle

Zur Hilfenahme von Heil- oder Vitalpilzen zur Normalisierung des Blutzuckerniveaus zum Bsp. durch die Einnahme von Reishi Heilpilz Konzentrat Pulver.

Hier habe ich noch ein Rezept aus dem Buch“ Ling Zhi König der Heilpilze“von F. D. Schulten , welches aus der Traditionellen Chinesischen Medizin stammt und welches bei Insulinresistenz eingesetzt wird:

25g Reishi bzw. Lin Zhi Pulver

20g Wacholderbeeren

25g Preiselbeerblätter

30g Löwenzahnwurzel

20g Blutwurz

20g Löwenzahnblätter

20g Heidelbeerblätter

Einen Esslöffel dieser Mischung wird mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen (ca. 250ml), kurz ziehen lassen und dann trinken. Es können bis zu drei Tassen pro Tag davon getrunken werden. Weil dieser Tee unter Anderem entwässernd wirkt, sollte er nicht von Personen mit Nierenproblemen angewendet werden.

Die Gefahr, eine Prädiabetes zu entwickeln ist sehr hoch und erfolgt lange schleichend, oft unbemerkt. Wenn sich die Symptome dann doch häufen und eine ärztliche Untersuchung und Bluttests eine Prädiabetes diagnostizieren, liegen oft schon Jahre oder Jahrzehnte einer ungünstigen Lebensweise hinter der Person. Umso wichtiger ist es, die Signale ernst zu nehmen und mit einer gründlichen Umstellung der bisherigen Gewohnheiten zu beginnen und dabei zu bleiben, um die Entwickung einer Altersdiabetes zu verhindern und Lebensqualität zu gewinnen.

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.