Ich bin ein großer Fan von Heilpilzen! Es wird vermutet, dass es weltweit mehr als eine Million verschiedene Arten von Pilzen gibt, wovon ca. 120000 Arten bisher bekannt sind. Dabei handelt es sich zu ca. 10 Prozent um Großpilze.

Großpilze (Makromycetes) sind solche Pilze, die einen typischen, eindeutig identifizierbaren Fruchtkörper besitzen, der groß genug ist, dass man ihn mit bloßem Auge sehen und mit der Hand pflücken kann. (Prof. S.T. Chang, weltweit anerkannter Mykologe)

Natürlich gibt es noch viele weitere Unterscheidungsmerkmale wie: Fruchtkörper ober- oder unterirdisch, Fruchtkörper dünn und zart oder ledrig, fleischig, essbar, ungenießbar oder giftig.

Wir unterscheiden die Großpilze auch hinsichtlich ihrer Verwendungsmöglichkeiten:

Pilze, die uns als wertvolle Nahrung dienen, sind allgemein Speise- und Vitalpilze.

Pilze, die therapeutischen und naturheilkundlichen Zwecken dienen, sind Heil- oder Medizinalpilze.

Einige Pilze sind beides (Austernseitlinge, Champignons, Pfifferlinge).

 

Ich möchte dir gern in den folgenden Beiträgen die interessantesten Heilpilze näherbringen, die du mit etwas Glück auch in unseren Breitengraden finden könntest. Dazu zähle ich:

  • den glänzenden Lackporling, auch Reishi oder Pilz des ewigen Lebens genannt (Ganoderma lucidum),
  • den Klapperschwamm , auch Maitake genannt ( Grifola frondosa),
  • den Shiitake, auch König der Pilze genannt ( Lentinula edodes),
  • den Igelstachelbart ( Hericium erinaceus),
  • den Schmetterlingstramete- oder Schmetterlingsporling (Coriolus versicolor),
  • das Judasohr ( Auricularia auricula judae),
  • und den Eichhasen ( Poliporus umbellatus).

Was ist das Besondere an Heilpilzen?

Obwohl der Forschungsstand heute bei den Heilpilzen sehr hoch ist und sie einen großen therapeutischen Wert bei vielerlei Beschwerden haben, ist ihr Bekanntheitsgrad und ihre allgemeine Akzeptanz immer noch eher gering. Das liegt wohl auch daran, dass diese Pilze nicht zuverlässig an immer gleichen Orten zu finden sind und man sie auch nicht ohne Weiteres – wie Heilkräuter- selbst anbauen kann.

Heilpilze kommen besonders bei Krankheitsbildern zum Einsatz die mit der normalen Schulmedizin nur schwer zu behandeln sind.

Die Pilze enthalten neben Nährstoffen wie Ballaststoffen, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien auch zahlreiche bioaktive Pflanzenstoffe, die in erhöhter Konzentration zur Therapie von Gesundheitsstörungen geeignet sind. Es handelt sich um Pilz Polysaccharide , die keine Stärke sind, sondern aus Chitin, Zellulose, Beta Glucanen und Polysaccharid-Protein Komplexen bestehen. Diese Pilzpolysaccharide besitzen nachweislich eine Immunsystem aufbauende Wirkung, was sich in folgenden Eigenschaften zeigt :

  • entzündungshemmend
  • Blutzucker senkend
  • Blutdruck senkend
  • antivirale Wirkung
  • antitumorale Wirkung

Sie unterstützen die Immunabwehr bei bakteriellem und viralem Befall, auch bei Candida.

Heilpilze haben eine positive Wirkung auf Personen mit Leberschädigungen. Sie sind in der Lage, die freie Radikal Bildung zu hemmen, die Histaminfreisetzung zu hemmen und wirken gegen einen drastischen Abfall des Blutzuckergehaltes (Hypoglykämie).

Die bisher wissenschaftlich nachgewiesenen direkten Effekte der Pilzpolysaccharide sind eine Hemmung der Krebszellwucherung, Veranlassung des Krebszelltodes (Apoptose), antimetastatische ( gegen Verbreitung der Krebszellen) und antiangiogenetische Wirkung ( unterdrücken die Gefäßneubildung von Krebszellen).

Eine weitere aktive sekundäre Inhaltsstoffgruppe der Heilpilze sind die Terpene. Terpene sind Kohlenstoffverbindungen, welche sich in viele Untergruppen aufteilen mit zum Teil außerordentlichen Wirkungen.

In den Heilpilzen interessieren uns besonders die Triterpene, welche ebenfalls antikarziogene, antivirale, antibakterielle und pilzabtötende Eigenschaften besitzen und gleichzeitig antioxidativ wirken.

Sie tragen außerdem zur Senkung der Cholesterinwerte bei und fördern zum Beispiel die Wundheilung (durch Auftragen von Pilzpulver auf die Haut).

Im glänzenden Lackporling sind sogar über 130 verschiedene Triterpene und Derivate nachgewiesen worden.

Außerdem enthalten Heilpilze noch weitere sekundäre Pflanzenstoffe mit therapeutischer Wirkung wie: Ergothionein, Polyphenole und Lektine.

Ist Pilzpulver oder ein Pilzextrakt besser geeignet?

Das Pilzpulver besteht aus den getrockneten und fein gemahlenen Pilzen (Stämmen und Hüten). Das Pilzextrakt enthält nur alle wasserlöslichen Bestandteile des Pilzpulvers wie die Vitamine, Mineralien, Polysaccharide und Spurenelemente ohne die schwer verdaulichen Ballaststoffe und Chitin. In der asiatischen Medizin werden die Pilze häufig auch als Tee angeboten- eine Art Extrakt- denn bei dem Extrakt wird Pilzpulver einfach in heißem Wasser gelöst und abgefiltert.

Wegen seiner Herstellung sind im Extrakt die Inhaltstoffe in höherer Konzentration enthalten als im Pulver. Im Extrakt sind bspw. 30-35% Poysaccharide enthalten. Zu therapeutischen Zwecken (Stärkung des Immunsystems) ist ein Extrakt dem Pilzpulver vorzuziehen. Möchte man einfach entgiften und entschlacken, dann eignet sich dazu die Pulverform.

Bei höheren Dosierungen macht sich ein Pulver nicht gut, weil das nahezu unverdauliche Chitin bis zu 90% der Pilzzellwandstruktur ausmacht. Da die wichtigen Polysaccharide jedoch Bestandteil der Chitin Matrix sind, würden sie in Pulverform konsumiert nahezu unverdaut wieder ausgeschieden werden. Man kann jedoch normales Pilzpulver einige Stunden im heißen Wasser extrahieren, das quillt die Chitin Matrix auf und die Polysaccharid Strukturen können unbeschadet in die wässrige Lösung übergehen.

TIPP: Die Pilzpulver und Extrakte werden vom Körper viel besser resorbiert, wenn wir Vitamin C gleichzeitig einnehmen.

Wie finde ich die richtige Dosierung der Pilzpräparate und gibt es Nebenwirkungen?

Je nach den Beschwerden und einzelnen körperlichen Reaktionen sollte man die Dosierung individuell anpassen. Als Richtwert zur Linderung allgemeiner Beschwerden liegt die übliche tägliche Dosierung bei 250-1000mg Pilzextrakt oder bei 3-5g Pilzpulver, wobei eine Mindest- Einnahmedauer von sechs Monaten empfohlen wird.

Dabei braucht man weder eine Überdosierung noch unangenehme Nebenwirkungen zu befürchten. Bei sehr starker Überdosierung könnte es allerdings zu Durchfall kommen.

Damit die Pilze optimal aufgenommen werden, teilt man die Tages Dosis in 2-3 Teildosen und nimmt sie mit etwas Flüssigkeit und eventuell mit Vitamin C (vielleicht mit Fruchtsaft) vor den Mahlzeiten ein.

Heilpilze haben keine schädlichen Nebenwirkungen. Allerdings müssen Personen mit einer Lebensmittel- oder Penicillin Allergie achtsam sein, denn sie könnten auch hier allergische Reaktionen auslösen.

Die Heilreaktionen können zyklisch erfolgen, d.h. die Wirkungen können sich mal schneller, dann wieder zögerlicher zeigen und es kann im gesamten Heilungsprozess immer seltener werdende Rückfälle geben.

Die Heilpilze können auch gut parallel mit anderen Medikamenten oder Naturheilmitteln eingenommen werden, ohne dass sie sich in der Wirkung behindern. Die Einnahme sollte jedoch immer mit dem Therapeuten oder behandelndem Arzt besprochen werden.

In den nachfolgenden zwei Artikeln beschreibe ich jeden einzelnen der sieben angeführten Pilze, ihre möglichen Fundorte und ihre Verwendungen detailliert. Mit einigen von ihnen durfte ich selbst sehr gute Erfahrungen machen.

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.
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