Nach den allgemeinen Informationen zu Heilpilzen möchte ich nun die Pilze genauer vorstellen und dir erklären, wie sie verwendet werden können für den eigenen gesundheitlichen Nutzen.

Einer der bedeutendsten Pilze seit über tausend Jahren ist dieser Heilpilz:

Glänzender Lackporling (Ganderma lucidum)

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(Foto: Wikipedia)

Sein japanischer Name ist Reishi , sein chinesischer Name Ling Zhi. Dieser Pilz fand schon in einem der ältesten medizinischen Schriften- der“ Materia Medica „(ca. 200 nach Christus) eine ausführliche Beschreibung und wird seitdem wegen seiner vielfältigen Heilwirkungen hochgeschätzt.

Sein fester Fruchtkörper besteht aus einem Stiel bzw. Basis und einem ca. 5-20 cm großen und bis zu 3cm dickem Hut. Basis und Hut haben auf der Oberfläche eine glänzende Lackschicht, die sich mit Feuer aus einem Feuerzeug schmelzen lässt. Auf der Unterseite besitzt der Hut eine weiße Porenschicht, seine Oberseite ist gelb-rötlich bis rotbraun/ schwarz und seine Basis bzw. sein Stiel ist rotbraun und purpur schimmernd. Man kann ihn in Deutschland in Laubwäldern und an Waldrändern vereinzelt finden. Er bevorzugt Eichen und Rotbuchen und ist nur selten am Nadelholz zu finden. Als Schwächeparasit sitzt er an Wurzeln, Baumstümpfen oder auch am Stamm seiner Wirtsbäume.

Er zählt nicht zu den Speisepilzen, denn sein Fruchtkörper ist fest, ledrig und sein Geschmack neural bis leicht bitter.

Der Glänzende Lackporling ist  kultivierbar.

Sein Wirkungsspektrum

Hier unterscheiden sich die medizinischen Sichtweisen, denn er wird schon sehr lange in der TCM und seit relativ kurzer Zeit auch in der westlichen Medizin angewendet.

Der Reishi harmonisiert Magen/Milz/Herz/Lunge und Nieren. Er stärkt das Immunsystem, hemmt das Tumorwachstum, ist schmerzstillend, schützt die Leber, wirkt ausgleichend auf den Hormonhaushalt und entspannt die Muskulatur.

Deshalb wird er zum Beispiel gern

  • bei körperlicher und geistiger Erschöpfung
  • in der Rekonvaleszenz
  • bei Husten und Asthma
  • bei Schlafstörungen und Appetitlosigkeit
  • bei Herzkranzgefäßerkrankungen
  • bei Lebererkrankungen
  • bei Diabetes
  • bei Darmgeschwüren
  • Arthritis
  • Zu hohen Blutfettwerten oder Muskelabbau

eingesetzt .

Sogar Bergsteiger verwenden ihn wegen seiner vorbeugenden Wirkung gegen typische Symptome des Wanderns in sehr großer Höhe (Kopfschmerz, Herzrasen, Erbrechen, Atembeschwerden). In wissenschaftlichen Untersuchungen hat man auch unter dem Einsatz von Reishi eine Senkung des LDL Cholesterins nachgewiesen. Auch bei viral bedingten Nervenkrankheiten (Gürtelrose), bei Lebererkrankungen (Hepatitis B) bei Asthma oder anderen Allergien hat man einen günstigen Einfluss auf das jeweilige Krankheitsbild durch den Pilz beobachten können.

Seine bisher entdeckten mehr als 150 verschiedenen Triterpene, sein Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen (wie Germanium), Sterolen, Amino- und Fettsäuren machen ihn zu einem sehr wertvollen Naturheilmittel mit gefäßschützenden, antiallergenen, cholesterinsenkenden und entgiftenden Eigenschaften.

Rezepte mit dem Glänzenden Lackporling:

  1. Bei Erschöpfung, Schwindel, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Herzklopfen, Ohrensausen, Schwerhörigkeit oder Bluthochdruck

Ca. 10-12 g getrocknetes Pilzpulver (Reishi) für 30min in ca. 1/2 l Wasser einweichen. Dann langsam für 20-30 min mild bei geringer Hitzezufuhr köcheln. Bitte nicht zu stark kochen und kein Aluminiumgeschirr verwenden. Jeweils morgens und abends diesen Sud warm trinken. Diese Trinktherapie sollte mindestens für 20 Tage durchgeführt werden.

  1. Bei Nervenschwäche, Gedächtnisschwäche, Müdigkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit oder Schlaflosigkeit

besorgt man sich 150g getrocknetes Reishi Pulver und nimmt täglich 2 Mal 3-5g dieses Pulvers mit etwas Honig (oder für Veganer mit Kokosblütensirup) ein.

  1. Bei allergischem Asthma, länger anhaltender Atemnot oder bei Gelenkentzündungen (Arthritis)

nimmt man 25g getrocknetes Reishi Pulver und mischt es mit 1/4l Kokosblütenzucker. Die tägliche Dosis ist hier 3x  10ml -zusammen mit etwas warmen Wasser . Die Einnahme sollte am besten nach dem Essen erfolgen und über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden.

Es gibt noch viele weitere Rezepte und Anwendungen. Man kann auch eine stärkende Tinktur herstellen, die über einen längeren Zeitraum eingenommen Schleim und Nässe, allgemeine Schwäche, Schlaflosigkeit, Potenzschwierigkeiten und Gelenkschmerzen positiv beeinflusst.

Hierzu verwendet man 50g Pilzpulver und lässt es einen Monat lang in 40%igem Alkohol (Branntwein oder Wodka) ziehen unter täglichem, mehrmaligen Schütteln. Von dieser Tinktur nimmt man 2x täglich einen Teelöffel nach dem Essen ein.

Diese Empfehlungen beziehen sich immer auf eine längere Einnahmezeit, mindestens einem Monat oder auch ein halbes Jahr. Je nachdem, wie der Einzelne auf die Wirkung reagiert.

Ich persönlich habe für die Wintermonate, wenn ich meine lange Entgiftungs- und Darmreinigungskur durchführe, immer auch Reishi als allgemeines Unterstützungsmittel eingenommen.  Ich kann diesen Heilpilz jedem sehr empfehlen, denn er vermag  jede Heilungs- ,Stärkungs- und Erholungsbemühung des Körpers zu unterstützen.

Klapperschwamm (Grifola frondosa)

450px-Grifola_frondosa_57503_cropped(Foto: wikipedia)

Bei uns nennt man ihn auch Laubporling, Kamm Porling oder Graue Gans. In Japan heißt dieser Pilz Maitake. Er hat viele fächerartig sich überlappende Fruchtkörper von denen jeder einzelne ca. 3-7cm Durchmesser, der ganze Busch jedoch bis 50 cm Durchmesser haben kann. Die Einzelhüte sind büschelartig miteinander verwachsen, an der Oberfläche ist er grau oder bräunlich und etwas runzlig, an den Unterseiten besitzt er weißliche Poren, die sich auf Druck dunkel verfärben. Dieser Pilz besitzt einen graubraunen Stiel, das Fruchtfleisch ist hellbraun. Der Pilz ist jung gut essbar, ältere Exemplare eigenen sich nicht als Speisepilz, jedoch gut als Heilpilz.

Der Pilz wächst parasitär auf Eichen, Kastanien, manchmal auch auf Linden oder Buchen oder deren Stümpfen und ist in der Zeit von Sommer bis Spätherbst zu finden. Lange Zeit wurde dieser Pilz von japanischen und chinesischen Pilzsammlern geheim gehalten, denn er galt als wertvoll wie Silber.

Heute wird er in Japan begleitend zur Krebstherapie verwendet, weil er die typischen Beschwerden von Übelkeit, Erbrechen oder Haarausfall zu vermindern vermag.

Sein Wirkungsspektrum

Maitake besitzt unter anderem eine schwefelhaltige Aminosäure, die Ergothionein heißt, welche antioxidativ wirksam ist. Er enthält auch Ergosterin, welches eine Vorstufe zum Vitamin D2 darstellt sowie verschiedene Glucane, welche die Immunabwehr auf vielfältige Weise unterstützen. Maitake stärkt das Immunsystem, hemmt Tumorbildung, wirkt blutdrucksenkend, wirkt blutzuckersenkend, fördert die Lebergesundheit, unterstützt die Gewichtsreduzierung, wirkt stärkend bei Erschöpfung und Kraftlosigkeit und unterstützt die Wundheilung. Er hat antivirale und antibakterielle Eigenschaften, macht die Behandlung durch Chemotherapien erträglicher und unterstützt den Knochenaufbau.

So wird er besonders bei

  • Leberzirrhose/ Leberkrankheiten
  • HIV Infektion/ schwachem Immunsystem
  • Zuckerkrankheit
  • Krebs
  • Osteoporose und Hüftgelenksarthrose (auch vorbeugend)
  • Bluthochdruck
  • Fettleibigkeit und Ödemen
  • oder auch bei Gebärmuttersenkung zur Kräftigung des Bindegewebes

eingesetzt.

Einnahmeempfehlungen für Maitake:

Zur Festigung der Knochen und des Bindegewebes täglich 2 x 4g Maitake Pulver ( getrocknet und gemahlen) einnehmen.

Bei der Krebstherapie werden mindestens 3 x 500mg Maitake Extrakt Pulver täglich über einen 3-6 monatigen Zeitraum zur Einnahme empfohlen.

„Auch beim gesunden Menschen werden durch Maitake die immunkompetenten Zellen aktiviert und damit wird der Schutz vor Infektionen und Erkrankungen erhöht. Untersuchungen zeigen, dass die gleichzeitige Einnahme von bioverfügbarem Vitamin C die Wirkung des Maitake noch effektiver macht.“ (mykotherapien.com)

 

Der Shiitake ( Lentinula Edodes)

450px-Shiitakegrowing (Foto: Wikipedia)

Dieser Pilz wird auch chinesischer Champignon genannt und neben seinen Eigenschaften als Heilpilz auch ein sehr guter Speisepilz. Man findet ihn in der Natur leider nur sehr selten und dann eher auf Laubholz von Eichen, Buchen, Walnüssen oder Esskastanien. Er ist auch nicht ursprünglich einheimisch, jedoch durch exzessive Zuchten in ganz Europa inzwischen bei uns zum Teil in die Natur “ entflohen“.

Sein Fruchtkörper hat einen 4-12cm großen Hut, der braun, faserig – schuppig und am Rand eingerollt ist. Seine Lamellen sind weißlich- cremfarben auf hellem Grund mit wolliger Ringzone. Der Stiel ist weißlich und zäh.

Shiitake kann man frisch als Speisepilz kaufen, selbst auf Substrat züchten oder als Pulver bzw. Extrakt erwerben.

Sein Wirkspektrum

In der asiatischen Volksmedizin gilt er als Blutaktivator. In der japanischen Volksheilkunde wird er bei Hämorriden, Gicht, Leber- und Nervenerkrankungen, Kurzsichtigkeit oder Sexualstörungen eingesetzt. In der chinesischen Heilkunde gilt er als Lebenselixier. Auch Shiitake besitzt viele verschiedene Glucane, den Polysacchariden mit immunmodulierender Wirkung und regt die körpereigene Abwehr gegen Viren (Grippe, Herpes) oder Bakterien (Streptokokken) an. Diese Killerzellen sind auch in der Tumorüberwachung aktiv und werden durch die Beta- Glucane des Shiitake gestärkt. Shiitake besitzt außerdem eine Gruppe von Inhaltstoffen mit der Bezeichnung „Eritadenine“. Diese beeinflussen den Fettstoffwechsel positiv, mindern das LDL Cholesterin. Shiitake Leber schützende Eigenschaften und kann den Blutdruck senken.

So wird er besonders bei:

  • Blutarmut
  • Viralen Erkrankungen ( auch HIV)
  • Rachitis
  • Bluthochdruck
  • Lebererkrankungen
  • Vergiftungen mit Erbrechen und Durchfall
  • Schleimbildung
  • Migräne
  • Chronischer Darmentzündung oder
  • auch zur Rekonvaleszenz eingesetzt.

Einnahmeempfehlungen mit Shiitake:

Gegen Blutarmut, zum Schutz der Leber und gegen Bluthochdruck täglich 10g getrocknete und gemahlene Pilze in ca. ½ l Wasser einweichen, 30 min quellen lassen, dann auf kleiner Flamme 20-30min köcheln bzw. auf einer Heizplatte eines Teekochers oder einem Stövchen im heißen Wasser ziehen lassen. Diese Menge täglich für 2-3 Monate trinken.

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( Foto: eingeweichte, frische Shiitake)

Alternativ dazu die entsprechende Menge Pilzextrakt- 500mg

(Im Extrakt der Firma“ Havlik Vitalpilze“ z. Bsp. findet man die zwanzigfache Menge an Wirkstoffen gegenüber dem normalen Pilzpulver plus Vitamin C der Acerola Kirsche zur besseren Verfügbarkeit.)

Bei Schwindel oder Augenflimmern, Nierenerkrankung oder bei Herz- oder Leber Yin-Mangel (aus TCM) ist die Dosis verdreifacht, also 30g Pilzpulver pro Tag auch eingeweicht und lange brühen lassen. Dann in zwei Portionen pro Tag eingeteilt, einzunehmen. Hier lohnt es sich noch mehr, auf ein Extrakt zuzugreifen.

Eine gute allgemeine Rezeptur zur Stärkung und Erholung nach langer Krankheit oder für ältere Menschen ist:

50g getrocknetes Shiitake Pulver

250g Honig (oder Kokosblütenzuckersirup für Veganer)

1 l 40%igen Wodka oder Branntwein

Das Pilzpulver zusammen mit dem Honig im Alkohol 15 Tage ansetzen, mehrmals täglich schütteln.

Davon 3x täglich 1 Teelöffel voll einnehmen.

 Fazit:

Alle angeführten Pilze können auch vorsorglich eingenommen werden und es muss kein Pulver sein. Auch getrocknete und einfach zerkleinerte oder sogar frische Pilze kann man verwenden. Sie sind alle auch in unseren Wäldern zu finden, doch leider nicht sehr häufig. Trotzdem können Pilzfreunde und Kenner durchaus eigene Funde vorweisen, wenn man die Berichte in den Pilzgruppen bei Facebook verfolgt.

Bei dem Pulver ist die Verfügbarkeit einfach am Besten, je feiner es gemahlen wurde. Es gibt von den Herstellern guter Pilzpulver auch allgemeine Einnahme- Dosierempfehlungen. Überdosierungen oder Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten (eine Ausnahme bilden Lebensmittel-Allergiker. Sie müssten das im Einzelnen abklären).

Eine bessere Verfügbarkeit der Pulver lässt sich durch Einweichen und lange auf deiner Heizplatte ziehen lassen erreichen. Diese Maßnahme ist bei der mykotherapeutischen Begleitung von Krankheiten deutlich besser als das bloße Pulver einzunehmen. Alternativ dazu gibt es die Extrakte der jeweiligen Pilze mit einer vielfach höheren Wirkstoffdichte. Sie sind jedoch für eine lange Einnahmezeit recht teuer.

Wichtig zum Schluss

Wenn Krankheiten mit Heilpilzen behandelt werden sollen, ist es unbedingt ratsam, einen erfahrenen Therapeuten zu Rate zu ziehen. Er kann die richtige Zusammensetzung und Dosiermenge für jeden einzelnen Fall exakt auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen.

Bücher Quellen:

„Vitalpilze für ein gesundes Leben“ Prof. Dr. Michaela Döll, Herbig Verlag

„Apotheke der Heilpilze“ Beate Berg/ Prof. Jan I Lelley, Naturaviva Verlag

„Heilpilze aus China und ihre Rezepturen“ Inge Werner, Verlag für ganzheitl. Medizin Dr. Erich Wühr GmbH

Quellen für mehr Informationen aus dem www:

Wikipedia

www.heilenmitpilzen.de

www.biothemen.de/Heilpflanzen/vitalpilze

www.mykotherapien.com

www.123pilze.de

Quelle zum Erwerb von Pilzpulvern und Extrakten in zertifizierter Bioqualität:

www.pilzshop.de

Quelle zur Pilzbestimmung für unterwegs:

Eine umfangreiche, kostenpflichtige Pilzbestimmungs- App: „Pilze 123 pro“

Geteiltes Wissen in Facebook Gruppen:

Pilze: suchen, bestimmen, rüsten, kochen, essen

Pilze und Schwammerln – Bilder, Berichte und Bestimmungen.

Vitalpilze / Heilpilze – Gesundheit & Vorbeugung gegen Krankheit

Im letzten Artikel dieser Reihe stelle ich dir die Pilze Igelstachelbart, Schmetterlingstramete, Judasohr und Eichhase vor, die ebenso wertvoll sind und einige von ihnen häufig im Wald zu finden sind.

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.
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