Während sich einige Veganer noch nicht schlüssig sind, ob Pilze überhaupt vegan sind, erklärt sich die Antwort über den Betrachtungswinkel. Vegane Ernährung kann „nicht tierisch“ bedeuten, dann zählen die Pilze dazu. Wenn Veganer jedoch auf rein pflanzliche Nahrung bestehen, müsste man bei Pilzen Einschränkungen machen.

Wie in Teil 1 und Teil 2 bereits erwähnt, sind Pilze eine ganz eigene Gruppe an Lebensformen, die nicht zu den Pflanzen gehört, da sie kein Chlorophyll produzieren und sich von organischem Material ernähren, indem sie entweder saprophytisch leben und sich auf abgestorbene organische Stoffe spezialisieren oder parasitisch leben und sich von lebenden Organismen ernähren.

Über lange Zeiträume haben Pilze sich mit den Tieren und nicht mit den Pflanzen weiterentwickelt und verfügen über weitere tierische Merkmale wie zum Beispiel Zellwände aus Chitin (wie bei den Krebsen oder Insekten). Pilze sollen etwa ¼ der gesamten Biomasse der Welt ausmachen.

Mit diesen vier würdigen Vertretern der Heilpilze möchte ich noch einmal dein Interesse für dieses Thema wecken, denn auf dem Weg zur natürlichen und gesunden Lebensweise ist der Gebrauch von Heilpilzen eine dankbare Möglichkeit, die eigenen Selbstheilungskräfte zu unterstützen. Und das ohne Nebenwirkungen.

Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus)

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( Foto: Wikipedia)

Auch Affenkopfpilz oder Hou Tou Jun genannt, ist ein creme-weiß farbener, mit weichen, herabhängenden Stacheln besetzter Pilz (Fruchtkörper) der ein wenig nach „Pilz unter Löwenmähne“ aussieht. Sein Geschmack ist ausgezeichnet und vielfältig, denn man hat in ihm bereits 32 Aroma Stoffe nachgewiesen. Die Inhaltstoffe erzeugen einen zitrus- oder auch kokosähnlichen Geschmack, der an Meeresfrüchte erinnert. Sein Fleisch ist weißlich mit unbedeutendem Geruch.

In unseren Breitengraden kann man ihn von Juni bis November bevorzugt an Buchen, Eichen oder Obstbäumen finden. Er ist kultivierbar.

Sein Wirkungsspektrum:

Untersuchungen neueren Datums belegen, dass dieser Pilz günstige Wirkungen auf Nervenzellen hat. Einige seiner Inhaltstoffe (Erinacine) begünstigen die Regeneration von Nervenzellen und das Wachstum von Nervenfasern. Er besitzt auch eine beruhigende Wirkung auf Irritationen der Schleimhäute und Magen-Darm-Erkrankungen, stärkt das Immunsystem und schützt die Leber.

Therapeuten setzen ihn unter Anderem gern ein bei:

  • ADHS und Hyperaktivität
  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Abmagerung
  • Magengeschwüren
  • Nervenschwäche und Schlaflosigkeit
  • Alzheimer und Demenz
  • Verdauungsschwäche
  • Leberentzündung und Fettleber ein.

 

Rezepte mit Igelstachelbart:

30g getrockneter Pilz in kaltem Wasser einweichen (mind. ½ Stunde), dann ca. 30min leise köcheln oder heiß ziehen lassen. Gut zur Vorbeugung bzw. bei Magenschleimhautentzündungen, allgemeiner Kraftlosigkeit oder überreizten Nerven.

Rezept für Tinktur:

100g frische und gereinigte und klein geschnittene Igelstachelbart Pilze in 1/2l 40-50%igen Alkohol ziehen lassen, danach 50g Honig bzw. Ahornsirup oder Kokosblütensirup darin auflösen.

Täglich zwei Mal einen Teelöffel davon einnehmen. Dieses Rezept kann Bronchitis, Halsentzündung oder Asthma positiv beeinflussen.

 

Die Schmetterlingstramete bzw. Schmetterlingsporling ( Coriolus versicolor)

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Dieser Pilz, der in Asien auch Wolkenpilz genannt wird,  hat einen fächerförmigen, rötlich braunen, samtartigen und rosettenartig angeordneten Fruchtkörper mit scharfkantigen Rändern. Seine Poren sind weißlich, gelblich oder später braun ( wenn er alt ist), sein Fleisch ist weißlich und dünn. Zwischen Hutfilz (Huthaut) und Fleisch besitzt die Schmetterlingstramete eine dunkle Schicht, welche gleichzeitig das Haupterkennungsmerkmal gegenüber anderen Trameten darstellt und sie hat eine dünne Anwachsstelle. Es gibt keine Trennung zwischen Poren und Fleisch- sie sind ins Fleisch eingewachsen.

Man findet diesen Pilz ganzjährig meist auf Laubholz -wie etwa Buche, Eiche, Pappel oder Birke.

Sein Wirkungsspektrum:

Von diesem Pilz können gesunde, wie kranke Menschen profitieren, denn er ist ein Mittel zur Stärkung der Immunabwehr- gegen Entzündungen, denn er wehrt Viren und Bakterien ab, hilft bei Hautkrankheiten und Leberleiden. Besondere Inhaltstoffe dieser Trametenart erwiesen sich nach neueren Erkenntnissen außerdem als antikarziogen, deshalb wird er in Asien bei der Krebstherapie eingesetzt.

Therapeuten setzen die Schmetterlingstramete unter Anderem gern ein bei:

  • Diversen Viruserkrankungen
  • HIV
  • Leberentzündungen und Gürtelrose
  • Bei Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Chronischer Bronchitis
  • Rheumatoide Gelenksentzündungen
  • Nierenentzündungen
  • Bei Immunschwäche

Sie ist einer meiner Lieblingspilze, denn ich nehme sie über Monate zur Erhaltung des vitalen Gleichgewichts ein, bevor ich wieder für 1-2 Monate pausiere. Bei der Einnahme von Extrakten minimiert sich die tägliche Dosis auf ein Zwanzigstel.

 

Rezepte mit der Schmetterlingstramete:

Zur allgemeinen Stärkung der Immunabwehr, bei Entzündungen und Schleim

15g getrocknete Schmetterlingstramete in Wasser einweichen und mindestens eine Stunde köcheln! Diese Menge täglich über längere Zeit einnehmen.

Für eine Tinktur:

30g getrocknete Schmetterlingstramete und 50g Kokosblütenzucker in 1 Liter 40%igem Alkohol ( Wodka oder Branntwein) einweichen und über zwei Monate ziehen lassen aber dabei täglich mehrmals schütteln. Dann 3x täglich einen kleinen Teelöffel voll über einen längeren Zeitraum einnehmen.

Das Judasohr ( Aricularia Aricula Judae)

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( Foto: Wikipedia)

Dieser Pilz wird auch Holunderschwammpilz, Holunderpilz oder Mu Err genannt und sein Fruchtkörper ist ein brauner, ohrförmiger Hut ohne extra Stiel. Sein bräunliches Fleisch ist durchsichtig und zäh, wobei er einen leicht erdigen Geruch verströmt.

Geschmacklich eher unscheinbar, gummiartig und mild, gehört er zu den Heilpilzen mit einem relativ hohen Kalium- und Magnesiumgehalt. Man findet ihn häufig auf Laubhölzern wie Holunder oder Birke und bevorzugt bei feuchten Witterungsverhältnissen (Frühling/ Winter).

Sein Wirkungsspektrum:

Er kann der Verklumpung von Blutplättchen entgegenwirken, das heißt, er verbessert die Fliesseigenschaften des Blutes und kann somit gegen Thromboseneigung angewendet werden.

Ein bestimmtes Exopolymer, welches beim Züchten dieses Pilzes im Myzel bzw. dessen umgebener Flüssigkeit nachgewiesen wurde, soll in der Lage sein, dem Abbau von roten Blutkörperchen entgegen zu wirken, welches hilfreich bei jeglicher Form von Blutarmut sein kann.

Das Judasohr kann helfen, den Blutdruck zu normalisieren, den Kohlenhydratstoffwechsel positiv zu beeinflussen und somit den Blutzucker senken.

Es fördert das Ausheilen von Verletzungen, unterstützt den Herzmuskel durch erhöhte Sauerstoffzufuhr und hemmt gleichzeitig vorschnelle Alterungsprozesse.

Therapeuten setzen das Judasohr z. Bsp. gern ein bei:

  • Blutungen aller Art
  • Verletzungen
  • Schwäche nach der Geburt
  • Thrombosen
  • Blutdrucksenkung
  • Durchblutungsstörungen
  • Entzündungen
  • Arterienverkalkung
  • Fettleibigkeit
  • Hämorriden
  • Herzschwäche
  • Lungenerkrankungen ein

Judasohren sind kaum aus einem chinesischen Gericht wegzudenken. So können auch wir sie viel öfter in unserer Küche verwenden, denn man kann sie als getrocknetes Lebensmittel im Supermarkt ebenso finden, wie im Pilzfachhandel bzw. Online Shop.

Ein einfaches Rezept für die tägliche Einnahme über einen längeren Zeitraum ist

30g getrocknete Judasohren im heißen Wasser einweichen und täglich morgens auf nüchternem Magen essen.

Man kann sie ebenso mit Sesam, Gojibeeren oder Reis kombinieren.

Der Eichhase (Polyporus umbellatus)

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( Foto: Wikipedia)

Dieser Vertreter wird auch Ästiger Büschelporling, Zhu Ling oder Blumenpilz genannt und nebenbei auch ein guter Speisepilz. Er ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen, sowie bioaktiven Pflanzeninhaltstoffen (Triterpene, Ergon) . Sein Fruchtkörper besteht aus mehreren hundert 2-5 cm im Durchmesser großen Hüten, deren Stiele einem Strunk entspringen. Er ist creme- bis haselnuss- bräunlich mit weißlichem Fleisch. Von Mai bis Ende Oktober kann man diesen Pilz am Fuße von verschiedenen Laubbäumen- besonders Eichen- finden.

Sein Wirkungsspektrum:

Dieser Pilz kann mit einer Besonderheit aufwarten, denn aufgrund seiner besonderen Substanzen wie Polyporusterone, Acetosyrigon und dem Dihydroxybenzaldehyd liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor, die darauf schliessen, daß dieser Heilpilz das Neuwachstum von Haaren begünstigt und die Wachstumsphase (wieder) verlängern kann. Ebenso sind diese Wirkstoffe entzündungshemmend und konnten eine positive Wirkung z. Bsp. gegen Chlamydien aufweisen.

Dazu ist dieser Pilz ebenfalls ein Leberfreund und man kann ihn auch als Strukturverbesserer bei Hautproblemen einsetzen.

Therapeuten setzen ihn gern ein bei:

  • Ödemen,
  • Hautkrankheiten
  • Haarverlust
  • Lebererkrankungen
  • Ausfluss
  • Schleimbildung
  • Erkrankungen des Harntracks
  • Diabetes
  • Fettleibigkeit
  • Gicht
  • Entzündungen aller Art im Körper

Wenn dieser Pilz nicht frisch zur Verfügung steht, dann wird die Einnahme von Pulver oder Extrakt empfohlen. Auch hier gilt- wie bei jeder anderen Heilpilzsorte: wenn das Pulver vor dem Verzehr eingeweicht wurde und auf der Warmhalteplatte lange heiß ziehen konnte, ist die Resorptionsfähigkeit der Inhaltsstoffe deutlich erhöht. Das liegt daran, dass Pilze chitinhaltig sind, was für uns nicht ohne Weiteres verdaubar ist.

Die Wirkungsweisen der Pilze klingen sehr vielversprechend, jedoch darf man nicht zu sehr in Euphorie verfallen, denn eine Therapie mit Heil- und Vitalpilzen ist in jedem Fall eine längerfristige Angelegenheit. Es braucht Geduld und Ausdauer, um Erfolge bei einer solchen Therapie zu verzeichnen.

Ein erfahrener Mykotherapeut kann für jede Person den Therapieplan bedarfsgerecht erstellen, denn meistens wirken verschiedene Pilze zusammen- in Synergie.

Ich hoffe, du hast nun Lust bekommen, dich näher mit dieser spannenden Thematik zu befassen. Aus meiner Sicht bergen die Heil- und Vitalpilze große Chancen für den eigenen Gesundheitsstatus.

Quellen für mehr Informationen aus dem www:

Wikipedia

www.heilenmitpilzen.de

www.biothemen.de/Heilpflanzen/vitalpilze

www.mykotherapien.com

www.123pilze.de

Quelle zum Erwerb von Pilzpulvern und Extrakten in zertifizierter Bioqualität:

www.pilzshop.de

Quelle zur Pilzbestimmung für unterwegs:

Eine umfangreiche, kostenpflichtige Pilzbestimmungs- App: „Pilze 123 pro“

Geteiltes Wissen in Facebook Gruppen:

Pilze: suchen, bestimmen, rüsten, kochen, essen

Pilze und Schwammerln – Bilder, Berichte und Bestimmungen.

Vitalpilze / Heilpilze – Gesundheit & Vorbeugung gegen Krankheit

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.
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