Im diesem Artikel erfährst du Genaueres darüber, warum unsere große Vorliebe für Süßes nicht unserem genetischen Erbe entspricht und wie wir lernen, Süßes nicht mehr so stark zu favorisieren. Außerdem erfährst du mehr über weitere Zuckeraustauschstoffe und Süßungsmöglichkeiten mit ihren gesundheitlichen Vor- und Nachteilen und wie du die verstärkte Konditionierung auf  süß löschen kannst.

Der Geschmack „süss“ kommt in der Natur nahezu vollständig von den Früchten

Das heißt, dass uns die Vorliebe für intensive Süße eher antrainiert wurde und das erklärt sich so:

Forscher sagen,  die Wiege der Menschheit liegt in Afrika.

Wenn wir einmal davon ausgehen, dass unsere genetischen Vorfahren einst in Familiengruppen lebende und umherziehende Nomaden waren – ähnlich den heutigen Menschenaffen- dann wird eines klar: ihre Hauptnahrung bestand aus grünen Pflanzenteilen, Wurzeln, manchmal Früchten und etwas Fleisch. Bei dem Fleisch handelte es sich dann wohl eher um Kleinlebewesen und Insekten, wie Engerlinge und Larven.

Ihren Großteil der Nahrung bestritten sie, indem sie die überall vorhandenen grünen Pflanzen, Pilze, Samen und Wurzeln aßen. Früchte waren ein eher kleinerer Anteil der Nahrung, denn es gab sie nicht im Überfluss und wenn, waren sie im Kampf um einen etwaigen Früchte Fund immer zahlreichen Nahrungs- Konkurrenten der Wildnis ausgesetzt.

Viele Früchte liebende, große oder kletternde bzw. fliegende Wildtiere kannten ebenfalls die Zeiten und Standpunkte, an denen sie Früchte finden würden und als Krallen- und Reißzähne loses Lebewesen darum kämpfen hieße auch immer Gefahr zu laufen, verletzt zu werden. Dies galt ebenso für das Jagen von größeren Beutetieren.

So blieben süße Früchte eher etwas Besonderes und machten nie den Hauptanteil der Nahrung der Frühmenschen aus.

Der „Bedarf“ an Fleischnahrung wuchs später mit der Ausbreitung der Menschen nach Norden, ins kältere Klima, wo es nicht mehr das ganze Jahr über frische Grün-Nahrung gab.

Grüne Pflanzen, Wurzeln, Samen und ein kleinerer Anteil an Früchten bestehen zum überwiegenden Teil aus Ballaststoffen und Glucose und einem sehr hohen Anteil aus Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, Enzymen und anderen Phytostoffen (Flavonoide, Bitterstoffe u.a.). Für diese Nahrung sind wir perfekt angepasst, denn sie ist lebendig, nährstoffreich und erfordert eine gewisse Darmlänge und Beschaffenheit und entsprechende Verdauungssäfte (wie wir sie aufweisen), um die faserreiche, pflanzliche Nahrung vernünftig zu bewältigen und das optimale für uns herauszuholen. Diese Kost hält unsere Darmflora gesund und uns in der natürlichen Balance.

Die Zuckerfalle bzw. unsere Konditionierung auf SÜSS

Als die Menschen sesshaft wurden, begannen sie ihre Umgebung nach ihrem Wunsch umzugestalten und erstellten die ersten Monokulturen. Sie bauten Getreide und Feldfrüchte an, pflanzten Obstbäume und Sträucher und hielten sich Tiere. Die Zusammensetzung der Nahrung wurde ballaststoffärmer, stärkereicher, süßer und proteinreicher (durch Tiernahrung).  Doch weil die Menschen sich durch harte, körperliche Arbeit die Nahrung vom Felde abtrotzten, hatten sie auch einen höheren Energiebedarf und die Nahrung war immer noch natürlichen Ursprungs und nahezu unverfälscht. Sie schenkte den Siedlern immer noch Gesundheit und Kraft.

Im heutigen Industriezeitalter hat sich das Blatt noch einmal vollständig gewendet:

Nahezu 90 Prozent der heutigen Nahrungsmittel werden industriell hergestellt, sind vollkommen künstlich und voller Schad- und Zusatzstoffe. Die Auswahl ihrer Bestandteile dient nur wirtschaftlichen Interessen und ist nicht mehr dazu da, uns gesund zu erhalten. Auffallend hoch ist der Anteil an direkten und versteckten Zuckerstoffen all dieser Artikel. Die Industrie hat über Jahrzehnte unsere Geschmacksnerven mit diesen Nahrungsmitteln auf „süß“ konditioniert und uns damit in eine gewisse Abhängigkeit gebracht.

Somit werden viel zu viele schlechte, krankmachende Nahrungsmittel konsumiert, nur weil sie süß schmecken – unabhängig von ihren gesundheitlichen Gefahren, die sie mitbringen.

Die restlichen 10 Prozent der Lebensmittel mit noch natürlichem Ursprung sind auch weitgehend manipuliert, um sie teurer auf dem Markt verkaufen zu können. Sie werden auf Transportfähigkeit, Aussehen und Süße selektiert und gezüchtet auf Kosten der lebenswichtigen Vitalstoffe, die eine einst wilde pflanze von Natur aus mitbrachte. Abgesehen von den neuesten Machenschaften einiger Großkonzerne, die nun versuchen, die Nahrungspflanzen genetisch für ihre Zwecke zu manipulieren und uns weiter vergiften.

Die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen des heute extrem erhöhten Zuckerkonsums in all seinen Varianten ernsthaft zu erkranken ist heute exponentiell gestiegen und diese Gefahr wird weiter erhöht, wenn noch ein eher inaktiver Lebenswandel dazu kommt.

Welchen Arten von Zucker können wir vertrauen?

Bei diesem Thema gibt es viele verschiedene Ansätze und Meinungen. Ich schreibe hier aus meiner Sicht und bin mir dessen bewusst, dass dies keine allgemeine Gültigkeit haben kann.

Diese Zuckerarten sollte man meiden:

Haushaltzucker, Rohrzucker, Agarvensirup, Aspartame (und alle anderen Namen, unter denen Aspartame vermarktet werden), Fruchtsirupe und Dicksäfte, Fruchtsäfte, HFCS , Fructose, Glucose-Fructose Sirup u.ä.

Haushaltzucker und Rohrzucker

Beide sind Extrakte aus der Zuckerrübe oder dem Zuckerrohr. Sie wurden im Verarbeitungsprozess konzentriert und dabei ihrer Vitalstoffe und Ballaststoffe beraubt. Übrig bleibt ein stark den Stoffwechsel belastendes Süssungsmittel mit hoher Glykämischer Last, leeren Kalorien und hohem Suchtfaktor.

Argavensirup, Fruchtsirupe und Dicksäfte, Fruchtsäfte:

Sie haben einen hohen Fructoseanteil. Gleichzeitig sind durch die Verarbeitung die Ballaststoffe und der größte Anteil an Vitaminen entfernt oder vernichtet worden, was sie zu Fructose- Konzentraten macht. Fructose Konzentrate werden in der Leber zu Speicherfett umgewandelt und belasten dabei unser Herz-Kreislaufsystem sowie die Leber selbst ( Fettleber). Unter diese Kategorie fallen auch alle heutigen in der Industrie verwendeten Fructose-Glucose Sirupe, HFCS und ähnliche Süßungsmittel. Der Suchtfaktor ist ebenfalls hoch.

Warum Fructose- besonders als Konzentrat- ungesund ist, kannst du im 1. Teil des Artikels lesen. Den Link dazu findest du hier.

Aspartam (Nutrisweet und andere Namen):

Ist ein künstliches Chemieprodukt, welches aus verschiedenen Säuren besteht und bei der Aufspaltung im Stoffwechsel unter Anderem unser Gehirn, die Nieren und Nerven schädigt. Für eine genauere Beschreibung der Auswirkungen von diesem künstlichen Süßstoff kannst du hier nachlesen.

Folgende Zuckerarten sind in kleinen Portionen ein Zugewinn in der gesunden Küche:

Kokosblütenzucker, Ahornsirup, Yakonpulver, Xylit, Erythrit , Stevia und Steviosit

Kokosblütenzucker

ist ein Zucker aus den Blüten der Kokospalme gewonnen. Im Gegensatz zu Fruchtsirupen besitzt er hohe Anteile an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Kokosblütenzucker hat im Vergleich zu anderen Süßungsmitteln einen hohen Gehalt an Mineralstoffen. So hat Kokosblütenzucker im Vergleich mit braunem Zucker die 18-fache Menge an Kalium, den 30-fachen Gehalt an Phosphor und die über 10-fache Menge an Zink.

Bei Ahornsirup und Yaconkucker ist es ähnlich.

Sie bieten neben dem niedrigeren Fructoseanteil mit der Süße auch einen höheren Anteil an den uns wichtigen Nährstoffen. Das qualifiziert sie in kleinen Mengen zum dankbaren Bestandteil der gesunden Ernährung.

Xylit und Erythrit

Beide schmecken wie Zucker mit einer leichten Kühle und einer etwas geringeren Süßkraft. Es sind Zuckeralkohole, die auch in der Natur vorkommen. Beide haben nur einen geringen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel und Xylit enthält nur halb so viele Kalorien wie Haushaltszucker, Erytrit liefert keine Kalorien. Beide sind gesundheitlich unbedenklich und besitzen eine kariesreduzierende Wirkung. Zuckeralkohole können im Dickdarm mehr Wasser binden, deshalb kann es bei erhöhter Einnahme bei empfindlichen Menschen zu Durchfall kommen.

 Bitte unbedingt beachten: Für einige Tiere (z. Bsp. Hund, Kuh, Fruchtfliege) können diese Zucker Stoffe allerdings schon in geringen Mengen tödlich sein.

 Stevia

 Stevia ist ein südamerikanisches Kraut mit enormer Süßkraft. Man kann die Blätter trocknen und als Blattpulver zum Süßen von Tee benutzen oder aber das aus den Blättern extrahierte Steviosit, ein weißes Pulver verwenden. Das Pulver besitzt eine bis zu zweihundert Mal stärkere Süßkraft als Zucker, liefert keine Kalorien und beeinflusst nicht die Bauchspeicheldrüse. In ganz reiner Form ist sein Anteil am bitteren Beigeschmack fast auf Null reduziert. Somit bietet es in der gesunden Küche genügend Einsatzmöglichkeiten.

 Fünf wirksame Tipps zur Löschung unserer starken Konditionierung auf Süßes

 Es ist eine Tatsache, dass Zucker als auch Suchtmittel auf den gleichen Bereich des Gehirns einwirken – auf das Belohnungssystem. Wenn uns das bewusst wird, können wir da auch ansetzen:

  • Keine Süßwaren oder süßen Speisen offen in den Wohnräumen deponieren. Keine Vorräte anlegen. Bei der plötzlichen Lust auf Süßes ist es sinnvoller, zuerst einen Tee oder Wasser zu trinken und wenn das Verlangen dann noch nicht weg ist, einige Nüsse knabbern.

 

  • Die Ernährung generell auf einen erhöhten Gemüse, Salate, Wildpflanzen, Nüsse und Sprossenanteil anheben. Mehr Bitter- und Ballaststoffe sorgen für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel mit geringen Schwankungen. So verhindert man erfolgreich das Verlangen aus Süßes oder Alkohol.

 

  • Keine süßen Nahrungsmittel als Trost oder Belohnung einsetzen, sondern in betreffenden Situationen lieber ein schönes Gespräch mit einem lieben Menschen suchen oder ein erholsames und entspannendes Bad nehmen, Tagebuch schreiben oder einen Waldspaziergang machen.

 

  • Komplexe Kohlenhydrate wie aus Kartoffeln, Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchten sind die beste Zuckerquelle und liefern langsamer verdaubare Glucose und damit länger anhaltende Energie als viele Früchte und süße Snacks.Sie sorgen für einen sanften Anstieg des Blutzuckers und damit für einen milden Schub Insulin. Auf diese Weise entsteht ein lange anhaltendes Sättigungsgefühl ohne Energieüberschuss/ bzw. Energieloch. Erst hohe Blutzuckerschwankungen – ausgelöst durch Süßspeisen, Weißmehl -und Früchtespeisen- und Säfte provozieren hohe Blutzuckerschwankungen und verstärktes Zuckerverlangen.

 

  • Bitterstoffe in Kräutertropfen, Grapefruitkernextrakt und auch Zimt helfen dabei, die Lust auf Zucker zu reduzieren und den Blutzuckerspiegel auszugleichen. Sie können unterstützend Kur mäßig eingenommen werden.

Fazit:

Das Thema Zucker in all seinen Formen ist sehr umfangreich. Um sich im heutigen Nahrungsmittelangebots- Dschungel nicht zu verlieren ist es wichtig, sich genau zu informieren, um nicht in die Fallen der Industrie zu tappen. ( Siehe auch hier– ein Link des Fernsehsenders arte zu einer Doku über die Machenschaften der Zuckerindustrie)

Meidet man von vorn herein soweit es geht alle Fertigprodukte, Backwaren, Softdrinks, Süßwaren, Wurst- und Milchwaren, ist der größte Schritt bereits getan. Früchte nicht übermäßig und frisch essen, ist prima. Früchte öfter als Säfte oder Sirupe (also Konzentrate) zu konsumieren, kann gesundheitlich bedenkliche Folgen haben. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung aus Gemüsen, Salaten, Grünpflanzen, Kräutern, Nüssen, Samen, Sprossen, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Obst normalisiert und sensibilisiert sich unser Geschmacksempfinden und die übermäßige Lust auf Süßes vergeht.

Deine

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.
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