Warum Einweichen den entscheidenden Unterschied macht

Ich werde oft gefragt, ob es nicht zu aufwendig ist, die Grundlage so vieler Speisen immer im Vorfeld einzuweichen und über eine Nacht oder mehr keimen zu lassen. Warum sollte man sich das antun? Es erfordert immer eine gewisse Planung und das macht manchmal auch etwas unflexibel.

Ja, das stimmt wohl und ich behaupte jetzt einmal, daß dies wohl auch ein Hauptgrund ist, weshalb die vollwertige, ganzheitlich gesunde Küche bisher nicht schon viel mehr Liebhaber gefunden hat.

Was ist dran an der „Wichtigkeit“ des Einweichens?

Um die Vielfalt unserer Nahrung über Blätter, Früchte, Pilze und Gemüse hinaus zu erweitern, nehmen wir auch Samen, Saaten und Nüsse hinzu. Man sagt, im Korn bzw. Samen steckt die größte Kraft. Jedoch ist es für unser Verdauungssystem nicht einfach, diese zu „knacken“, denn sie schützen sich mit bestimmten Enzymblockern (z. Bsp. Phytinsäure als Fraß-Schutz) davor, verdaut zu werden. Sie sollen ja unversehrt wieder ausgeschieden werden, um dann keimen zu können. Zermahlen wir z. Bsp. ungekeimte Körner zu Mehl oder essen wir nicht eingeweichte Samen, behindern diese Enzymblocker unsere Verdauung und die Resorption der wertvollen Inhaltstoffe. Es kommt zu Blähungen und dem Gefühl von Schwere im Bauch. Während des Einweichens bereitet sich die Saat auf das Keimen vor und es entsteht eine wahre Explosion an aktivierten, wertvollen Enzymen und freigesetzten Nährstoffen. Auf diese Weise verwandelt das Einweichen die Getreide, Samen, Körner und Nüsse in wahre Schätze für unsere Vitalstoffversorgung.

Wie weiche ich was am besten ein?

Die einfachste Faustregel hierbei lautet: ein Teil Einweichgut zusammen mit zwei Teilen Wasser.

Die Einweichzeit ist unterschiedlich:

  • für geschälte Sonnenblumenkerne, -Kürbiskerne oder -Sesamkerne reicht schon eine Stunde
  • für Cashew Kerne, Para- oder Macadamia Nüsse z. B. ca. 2 -3 Stunden
  • für Quinoa, Amaranth, Buchweizen, Hirse, Mandeln, Kichererbsen, Vollkornreis, Hanfsamen, Hasel-oder Walnüsse z. B. ist das Einweichen über Nacht perfekt

Pinienkerne und Pistazien würde ich gar nicht einweichen, Chia Samen zwischen ½ Stunde und ½ Tag.
Wer Vollkorngetreide essen möchte, ist mit der Übernacht- Einweich- Methode auch gut beraten (z.B. für Hafer, Roggen, Emmer, Grünkern, Gerste). Nach der Einweichzeit bitte das Einweichgut spülen und das Einweichwasser wegschütten.
Es gibt auch Saaten, die eine längere Keimdauer haben. Aus ihnen ziehen wir Sprossen. Das macht sich am Besten in Sprossengläsern oder in Schraubdeckelgläsern, die mit einer Gaze und einem Gummiband abgedeckt sind. In den Gläsern herrscht eine Art Mikroklima, was die Samen zum Keimen anregt. Solche Saaten oder Körner sollten pro Tag mindestens zwei Mal mit klarem Wasser gespült werden, um eine Schimmelbildung zu vermeiden. Auf diese Weise können wir z.B. Brokkoli, Radieschen, Mungbohnen, Rote Beete, Bockshornklee, Alfalfa oder ungeschälten Hanf sprießen lassen.

Fazit: All der Aufwand wird mit einer von Vitalstoffen, Enzymen, Eiweiss und purer Energie strotzenden Lebensmittelvielfalt belohnt, welche für uns die Basis einer wirklich reichen und leichter verdaubaren Nahrung bildet.

Wie kann ich dir helfen?

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wichtiger Hinweis:

Vorschriftsmäßig weise ich darauf hin, dass viele Methoden der Naturheilkunde, der Energieheilkunde und der biologischen Medizin im streng naturwissenschaftlichen Sinne nicht bewiesen sind und deshalb von der klassischen, konventionellen Schulmedizin nicht anerkannt werden.

Die Informationen auf dieser Webseite und in den Artikeln werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultiere bitte deinen Arzt oder Heilpraktiker.

Herzlichst,
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Über die Autorin:

Ich begleite und inspiriere Menschen, ihr Fundament, ihre erdene Basis zu heilen. Dabei gebe ihnen das Rüstzeug, ihre krankmachenden Ernährungsmuster zu erkennen, zu durchbrechen und Meister eines erfolgreichen, gesundheitlichen Selbstmanagements zu werden.🌿

2018-03-30T10:33:59+00:00

12 Comments

  1. Ingeborg Wiemer 20. März 2018 at 9:07 - Reply

    Liebe Sylvia,
    eingeweichte Körner kann ich nicht zu Mehl vermahlen. Ist es in dem Fall ausreichend, das frisch gemahlene Vollkornmehl vor dem Verbacken einzuweichen?
    Lieben Dank für Deine Antwort und liebe Grüße
    Ingeborg

    • Sylvia - gesundwege.com 20. März 2018 at 10:12 - Reply

      Liebe Ingeborg,
      meine Praxis in diesem Fall ist : die eingeweichten Körner zu Brei mixen und diesen Brei zum Backen verwenden – ohne nochmals trocknen und mahlen… Mit dem Gewicht ist es so, dass du die Körner vor dem Einweichen wiegst – es sollte die gleiche menge sein, wie du nachher als mehl verwenden möchtest. Da die gekeimten Körner einen höheren Feuchtigkeitsgehalt haben, kannst du das Mehrgewicht gleich von der normalen Zugabe von Wasser deines Rezepts abziehen. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Mehl einweichen macht nur Sinn, wenn man es mindestens 1,5 Tage weichen lässt und es mit der Fermentation begonnen hat. Liebe Grüsse, Sylvia

  2. Marco Costa 1. November 2017 at 9:58 - Reply

    Hallo Sylvia,

    Kann man auch angekeimte Saaten, Bohnen usw. kochen? Schmeckt das oder verändert sich dadurch der Geschmack wesentlich?

    Liebe Grüße

    Marco

    • Sylvia - gesundwege.com 1. November 2017 at 18:15 - Reply

      Hallo Marco,

      es reicht das Einweichen eines halben Tages, bei manchen Sorten nur von wenigen Stunden. Dabei verändert sich der Geschmack nicht merklich, erst, wenn du es über Tage einweichst :). Liebe grüße, Sylvia

  3. Wiesner 10. März 2017 at 20:26 - Reply

    Hallo Sylvia,

    es heißt, dass das Einweichwasser weggeschüttet werden soll – wie kann ich mir das beim Chia vorstellen? Das zieht doch immer Wasser und hält es durch das Aufquellen.

    Und wie sieht es mit Mohn aus? Muss der auch eingeweicht werden und wenn ja wie lange?

    Bei dem einen Kommentar heißt es, dass man grundsätzlich alle Kerne und Samen einweichen sollte bis auf die, bei denen es keinen Sinn macht. Was heißt denn konkret keinen Sinn machen? Schützen werden sich wohl alle gegen das Gefressenwerden, oder?

    Vielen Dank und liebe Grüße

    • Sylvia - gesundwege.com 12. März 2017 at 14:12 - Reply

      Hallo, bei Chia und Leinsamen nimmt man in Kauf, dass wir sie nicht spülen, weil wir von dem Gel, was sie bilden im Darm profitieren. Sie sind dennoch leichter zu verdauen und bilden zusätzliche Stoffe, von denen wir profitieren, wenn wir sie einweichen. Mohn würde ich über Nacht einweichen und spülen. Wo das Einweichen keinen Sinn macht ist dann, wenn die Saat schon „behandelt“ wurde, so dass sie tot ist und keine Keimung mehr stattfinden kann- wie zum Beispiel bei roten Linsen oder Pistazien. Liebe Grüße, Sylvia

  4. hjlahann 15. Januar 2017 at 16:43 - Reply

    Hallo Sylvia, vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ein Frage dazu: Wie ist das mit dem Einweich-Wasser? Muss das weg gegossen werden? Werden nicht viele Vitalstoffe, die wasserlöslich sind, damit auch weg gegossen?
    LIebe Grüße
    Hans-Jürgen

  5. Fjodor Fjodorow 5. Juni 2016 at 17:28 - Reply

    Moin, also ich weich meine Nüsse (Mandeln, Wal) und Hirse/Quinoa auch immer ein, aber wie steht’s mit Sonnenblumenkernen? Die sind doch alle bereits geröstet, d.h. die Phytase wurde zerstört, womit sich das Einweichen ja dann erledigt hat. Oder haben die an sich nicht viel Phytate?
    LG Agent-Triple-FFF

    • Sylvia - gesundwege.com 6. Juni 2016 at 9:18 - Reply

      Hallo, auch in Sonnenblumenkernen gibt es die Enzymblocker. Wenn du allerdings geröstete kaufst anstelle von „naturale“ , dann brauchst du sie geröstet nicht mehr einweichen, da sie nicht mehr keimfähig sind :). LG Sylvia

  6. Christian 1. Januar 2016 at 20:16 - Reply

    Liebe Sylvia,
    besten Dank für diesen scheinbar wertvollen Tipp.
    Ich möchte diesen nur richtig verstehen und daher mein Frage: Gilt dies für alle meine „Körner“, die ich sonst den Salaten und meinem gedämpften Gemüse beimische: Also den Sonnenblumen- und Kürbiskernen etc bzw. wenn ich am Nachmittag (ungeschälte) Mandeln und verschiedenste Nüsse nasche ?
    Ich kenne das Einweichen von Linsen etc, aber bei meinen Kernen habe ich dies bisher ausgelassen.
    Herzlichen Dank für Deine Antwort. Beste Grüße, Christian

    • Sylvia - gesundwege.com 2. Januar 2016 at 12:52 - Reply

      Hallo Christian, vom Prinzip her gilt das für alle Körner bis auf wenige Ausnahmen, wo es keinen Sinn macht wie bei Pistazien oder roten Linsen z. Bsp.. Liebe Grüsse, Sylvia

      • Christian 2. Januar 2016 at 19:20 - Reply

        Lieben Dank, Sylvia!

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