Wie du schnell und einfach deinen Lebensraum mit essbarem Grün aufrüsten kannst

Den Menschen die Bedeutung von essbarem Grün näher zu bringen, habe ich mir schon seit Jahren zur Aufgabe gemacht. Es ist mein eigenes, inneres Bedürfnis, Pflanzengrün, welches auch essbar ist, mehr ins Leben zu holen- in den Alltag, als neue- gesunde- Selbstverständlichkeit. Pflanzen können überall integriert werden und sie schenken uns nicht nur ihre gesunden Kräfte, sondern verschönern unsere Umgebung mit ihrer schlichten Schönheit und unaufdringlichen, sanften Gegenwart.

Auch wenn du keinen Garten hast

Essbares Grün ist überall platzierbar, auch wenn du über keinen Garten verfügst. Es gibt wunderbare Beispiele von modernen, einfachen Hilfsmitteln, die ein Wachstum in Erde oder auf Substraten in verschiedenen, dekorativen Gefäßen möglich macht.
Ich unterscheide die Pflanzen in Sonnenhungrige mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen und anderen Wirkstoffen wie Flavonoide und Terpenen, essentiellen Fettsäuren ,Carotinoiden und eher helle Plätze mit weniger direktem Sonnenlicht liebende Pflanzen.

( Foto: Sommerportulak)

Zu den Sonnenpflanzen zählen
Sommerportulak,
Löwenzahn,
Gänseblümchen,
Margeriten- alle Pflanzenteile essbar,
Kurkuma- auch die Blätter sind essbar,
Malve (Blüten und Blätter),
Stevia,
Süsskartoffeln (die gesamte Pflanze ist essbar)- sie macht viel Laub,
Chia Pflanzen- sehr hübsch und essbar,
THC freie Nutzhanfpflanzen (nur bedingt… wegen der geltenden Gesetze),
Fenchelpflanzen),

Rosen (junge Blätter und Blüten) und viele mehr… sie alle sind besonders gehaltvoll an sekundären Pflanzenstoffen und bilden zuverlässig reichlich gesundes, essbares Grün.

 

( Foto: Chia Pflanze )

(Foto: Zichorie)

Für die Tageslicht Bereiche ohne direkte Sonne und auch in Ecken jenseits der Fenster sind folgende Pflanzen gut geeignet:

großblättriges Basilikum,
Pfefferminze,
Wasser-Kresse,
Pflücksalate,
Neuseeländerspinat (robust, schnell nachwachsend) ,
Glattblatt-Petersilie,
Giersch,
Brennessel,
Kapuzinerkresse,
Gänsedistel,
Rauke ,
Staudensellerie,
Taubnessel,
Wegrauke aber auch
Endivien,
Luzerne
Jiagulan (Achtung- offiziell nur eine reine Zierpflanze)
Aloe vera und viele mehr….

(Foto: Radieschen- und Möhrengrün)

Das Fensterbrett oder der kleine Tisch vor dem Fenster

Der Ort ist natürlich in einer Wohnung die Nummer eins, weil hier direktes Tageslicht hereinströmen kann, was für die Photosynthese und die Bildung von Chlorophyll wichtig ist.
Neben Sprossengläsern, in denen du schnell und sauber junge Pflänzchen ziehen kannst, um sie im Sprossenstadium zu essen, kannst du auch größere Grünpflanzen ziehen und halten, denen du dann immer wieder Blätter -für Salate, Smoothies oder als Streudeko auf deine Gerichte- abzupfst. Auch diverse Gemüse- und Kohlpflanzen eignen sich zu diesem Zweck.: wie Radieschen, Möhren oder Brokkoli. Für eine gewisse Zeit spenden sie immer wieder neues Blattgrün, bis man sie dann als Ganzes ernten kann.
Meine Lieblingsidee ist das Ziehen einer eigenen Süsskartoffelpflanze in einer Hängeampel oder in einer großen Pflanzschale. Das kraut der Süsskartoffel ist sehr nährstoffreich und ausserdem sehr frohwüchsig. Es rankt sehr schnell und man kann davon tatsächlich öfter viele Blätter zupfen. Je kleiner der eigene Wohnbereich ist, desto mehr ist man ja daran interessiert, ergiebigere Pflanzen zu pflegen.

( Foto: Jiagulan im Topf am Fenster)
Sehr schön ist ein großer Balkonkasten, der mit vielen unterschiedlichen Esspflanzen bestückt ist, die vielleicht auch noch essbare Blüten hervorbringen. Je nachdem, wo er platziert werden kann, ist eine Kombination aus den Pflanzen der jeweiligen Liste besonders reizvoll. So kannst du für einen Sonnenplatz – im Sommer den Portulak mit Kurkuma, Stevia und Malve kombinieren oder Margarite mit Chiapflanzen, die so schön neonblau blühen…Endivie und Rose…oder dazwischen noch Küchenkräuter wie Majoran und Zitronenthymian.
Das sind nur wenige der vielen Ideen.
Wer auch keinen Platz für eine große Balkonkiste oder Kübel hat, kann sich mit kleinen Töpfen begnügen, in denen man sehr gut die ertragreiche und eher anspruchslose Glattblattpetersilie mit ihrem leuchtenden Dunkelgrün und ihrem frohen Wuchs einzeln halten kann. Das ginge mit jede der Pflanzen allerdings ist auch hier wahrscheinlich die Ertragsfähigkeit wichtiger, als der dekorative Effekt. Die ertragreichsten Pflanzen auf minimalem Raum sind jene, die schnell reichlich neue Blätter entwickeln und anspruchslos in der Haltung sind. Zu ihnen zähle ich die Petersilie, die Süßkartoffel, den Jiagulan (täglich nur 2-3 Blätter), die Endivie, den Staudensellerie, den Giersch.

Für Terrasse oder Balkon wird es einfacher

Hier kann man große Pflanztöpfe, Rankgitter und Wandregale mit diversen Pflanzgefäßen kombinieren.
Eine Bepflanzung ausschließlich mit Pflanzen, die man auch naschen kann, kann auch optisch sehr reizvoll sein. Die Ernte und die Neubepflanzung ist einfacher und ergiebiger als aus kleinen Gefäßen in einer Zimmerecke. Doch jeder so, wie es ihm möglich ist. Jede Pflanze ist besser als keine, stimmts?
Je größer das Pflanzgefäß, umso grösser auch die Pflanze. In den meisten Fällen richtet sich die Wuchsgröße nach dem Umfang und der Tiefe des Behältnisses, in dem die Pflanze wächst. Also haben wir eine deutlich größere Ausbeute, wenn wir die Möglichkeit des Bepflanzens von großen Kisten und Kübeln nutzen. Warum nicht die Terrasse mit solchen Gefäßen umranden? Oder zwei schöne große Kübel rechts und links neben der Terrassentür platzieren?
Hier gibt es auch mehr Spielraum, was die Bepflanzung selbst betrifft.
Himbeeren zum Beispiel sind ebenfalls essbar- Früchte wie Blätter und Triebe. Sie bevorzugt einen sonnigen Ort und eine Stützhilfe, an der sie festgebunden werden kann, um sich richtig zu entfalten. So kann man Himbeeren und Weinreben zusammen an einem Rankgitter emporwachsen lassen und jeweils die jungen Blätter zupfen und naschen. Wein,-Brombeer- und Himbeerblätter eignen sich auch sehr gut zum Fermentieren.

Die größten Möglichkeiten bietet ein eigener Garten

Hier sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt und man kann der Phantasie freien Lauf lassen, was die Gestaltung betrifft. Je nach klimatischen Bedingungen und Saison lässt sich in einem Garten wirklich nahezu das ganze Jahr essbares grün verwirklichen. Im Garten können wir auch aus der sehr gesunden Palette der Kreuzblütler reichlich schöpfen und sämtliche Kohlsorten integrieren. Rukola, Brokkoli, Grünkohl, Weißkohl, Kohlrabi, Meerrettich, schwarzer Rettich, Rosenkohl, Wirsingkohl und viele weitere Pflanzen wie Feldsalat, Rote Beete und Spinat und Wasserkresse beschenken uns über die kühleren Zeiten mit ihrem kostbaren, vitaminreichen Grün. Zusammen mit all den anderen essbaren Pflanzen, welche mehr Sonne und Wärme lieben, können wir in einem Garten alles so arrangieren, dass wir nahezu immer versorgt sind und der Garten zu jeder Zeit üppig bepflanzt ist.

Dabei müssen wir natürlich beachten, dass wir die Platzierungen von Starkzehrern und Schwachzehrern abwechseln und lernen, welche Pflanzen miteinander gut können und welche nicht. Der Boden sollte das ganze Jahr über gemulcht und in regelmäßigen Abständen mit Kompost oder organischem Dünger versorgt werden. Deshalb rate ich jedem Ratsuchenden, zunächst mit einer kleinen Ecke seines Gartens zu beginnen und sich langsam schrittweise in alle Richtungen auszubreiten.

(Foto: Fenchel)

Ich zum Beispiel habe mehr Mühe, in den Sommermonaten an genügend essbares Grün zu gelangen, weil die Sommer sehr trocken und gleichmässig warm sind. Bei solchem Wetter bilden die Pflanzen kaum noch saftige Blätter, sondern eher kleine, harte Blätter und stärkere Aromen. Mein persönlicher Sommerfavorit ist der Fenchel, den ich nicht ernte, wenn die Knolle schön und dick ist, sondern ich lasse ihn stehen und hoch hinaus treiben, damit er einen 2m hohen und breiten Busch bildet, der viele Blätter und Blattachsen bildet. Die Blattachsen schmecken genauso wie die Knolle, sind aber viel zarter und saftreicher. Da er eine ideale Sommerpflanze ist, macht ihm die Wärme und Trockenheit weniger aus und wenn einige Pflanzen in der Größe zusammenstehen, binde ich sie locker zusammen und habe damit einen kompakten, großen Busch, den ich täglich beernten kann. Er bietet gleichzeitig auch Schatten für weitere Pflanzen, denen die direkte Sonne nicht behagt. So schaffe ich mir kleine Inseln der Vielfalt und nutze die natürlichen Gegebenheiten.

Kapuzinerkresse, Wasserkresse und diverse Minzesorten bilden große bodenbedeckende Pflanzenteppiche.

( Foto: Kapuzinerkresse)

Glattblattpetersilie kann man an einem Ort sähen und wenn sie kräftig gewachsen ist, bildet auch sie einen hohen, dunkelgrünen Busch, der umso kräftiger nachwächst, je öfter man die Blätter zupft. Mit solchen Pflanzen lassen sich feine Pestos machen und Petersilie kann man auch kistenweise einfrieren.

Ich habe jetzt recht kunterbunt aus meinem Fundus geschöpft aber ich hoffe, ich konnte dir damit ein paar Ideen entlocken, was und in welcher Form bei dir möglich ist.
Der allerwichtigste Hinweis von mir: probieren geht über studieren. Probiere…fange an und schaue, was möglich ist. Schneide dir kleine Zweige von einem Basilikum ab und stelle sie ins Wasser. Nach wenigen tagen wurzeln sie und du kannst einige neue Pflanzen ziehen. So funktioniert es auch mit Jiagulan, Minze oder mit Oregano. Giersch und die anderen Wildpflanzen findet man leicht in der Natur. Und wenn du dich im Gartencenter umsiehst, findest du oft wunderschöne und phantasievolle Anregungen, die du dann einfach etwas ummodelst, damit du mehr von dem Essbaren in deiner unmittelbaren Umgebung schaffst.

Auf der Webseite von Rühlemann s Kräuter und Duftpflanzen findest du unzählige Anregungen und Verwendungsmöglichkeiten von verschiedenen essbaren Grünpflanzen. Der Katalog von ihnen ist ein besonderes Highlight und uneingeschränkt zu empfehlen. Lass dich inspirieren.

Ich wünsche dir dabei ganz viel Freude und Phantasie. Alle sind wir am Lernen und Niemand weiß alles. Wichtig ist hier nur, dass wir anfangen und Erfahrungen sammeln, nicht wahr?

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Hinweis:

Die Informationen auf dieser Webseite und in den Artikeln werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultiere bitte deinen Arzt oder Heilpraktiker.

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2018-07-24T17:27:10+00:00

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