Die Hirse gehört zu den Süßgräsern (Poaceae), welches – wie die Gerste und das Urkorn zu den ältesten Kulturpflanzen Mitteleuropas zählt. Bis vor hundert Jahren gehörte sie bei uns zu den Grundnahrungsmitteln, danach wurde sie von anderen Getreidesorten nach und nach verdrängt. Weltweit belegt die Hirse jedoch nach Weizen, Mais und Reis immer noch den Platz 4 der am häufigsten angebauten Getreidesorten.

Was ist der Unterschied zwischen Goldhirse und Braunhirse?

Die rotbraun schalige Form der Rispenhirse nennt man Braunhirse oder Wildhirse und sie unterscheidet sich von der Goldhirse darin, dass sie sich nicht schälen lässt und deshalb mit Schalen und Spelzen sehr fein vermahlen wird. Aus diesem Grund ist sie ein Vollkornprodukt und sie kann in kleinen Mengen auch roh verzehrt werden.

Die Goldhirse ist ebenfalls eine Rispenhirse, wird geschält verkauft und sollte vor dem Verzehr gekocht werden. Wegen der Vollkornqualität ist die Braunhirse mineralstoffreicher als die Goldhirse. Die Goldhirse ist jedoch bekömmlicher und kann in größeren Mengen verzehrt werden als die Braunhirse. Beide Sorten sind ein Plus für die ganzheitliche, natürliche Ernährung.

100 Billionen unserer Körperzellen brauchen Mineralstoffe und Spurenelemente

Fehlen sie, dann kann unsere Nahrung -KH, Fette und Eiweiße- nicht genügend aufgespalten werden und es kommt zu Mangelerscheinungen. Mineralstoffe sind am Aufbau und Erhalt von Knochen, Zähnen oder dem Bindegewebe beteiligt und tragen maßgeblich zum Säure-Basenausgleich unseres Körpers bei.

Ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen zeigt sich in Energiemangel und einer gewissen Rengenerationsschwäche. So können unsere Zellen und Organe nicht mehr in vollem Umfang arbeiten, was zu diversen gesundheitlichen Beschwerden führt. Osteoporose oder Cellulite sind nur einige davon.

Ein gesunder Mensch besteht zu 20 % aus Säuren und zu 80% aus Basen. Die Braunhirse ist das mineralstoffreichste Getreide der Erde und kann unseren Körper mit einem großen Anteil von Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen, um dessen Homöostase zu erhalten.

Nähwerte der Braunhirse

Die wichtigsten Inhaltsstoffe:

Braunhirse enthält Kieselsäure (Silicium), Fluor, Phosphor, Eisen, Magnesium, Kalium, Zink. Besonders reichlich sind die Vitamine der B-Gruppe, B1, B2, B6, Folsäure, Pantothensäure und Niacin vertreten.

  • Brennwert: 1.360 kJ (325 kcal) pro 100 g[5]
  • Inhaltsstoffe     Anteil[5]
  • Wasser 16,9 g
  • Eiweiß  9,9 g
  • Fett       4,5 g
  • Kohlenhydrate  54,2 g
  • Ballaststoffe      13 g
  • Kieselsäure        550 mg
  • Natrium             3 mg
  • Kalium  430 mg
  • Calcium              20 mg
  • Phosphor           310 mg
  • Magnesium       170 mg
  • Eisen     9.000 µg
  • Zink       2.240 µg
  • Fluor     40 µg
  • Vitamin B1         260 µg
  • Vitamin B2         140 µg
  • Niacin   6.126 µg
  • Pantothensäure             1.200 µg
  • Vitamin B6         750 µg
  • Folsäure             32 µg          (Nährwerte aus Wikipedia)

Sie entält außerdem Linolsäure, Linolensäure, Jod, diverse Eiweiße wie Arginin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Theronin, Tryptophan, Tyrosin, Valin und Faserstoffe, Quellstoffe, Polyphenole, Phytinsäure … wahrscheinlich sind es noch viele mehr, die bisher unbekannt sind.

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Was ist das besondere an Kieselsäure?

Kieselsäure wird auch Silizium genannt und wird von allen uns bekannten Lebensformen immer wieder benötigt…..Der Tagesbedarf an Kieselsäure für den Menschen beträgt 20-30mg und nur, wenn dieser vollständig gedeckt ist, können die Lunge, die Milz oder auch das Bindegewebe ihre Aufgaben erfüllen.

Bei den Pflanzen hat Kieselsäure Aufbau- und Stützfunktionen. Sie gibt den Geweben Halt, Festigkeit und Elastizität. Beim Menschen ist sie am Aufbau von Knochen, Zähnen und Knorpel beteiligt, ebenso am Wachstum von Haaren, Haut und Fingernägeln. Sie unterstützt die Elastizität der Blutgefäße, regt den Zellstoffwechsel an, fördert das Lymphsystem, wirkt entzündungshemmend, desinfizierend, aufsaugend und hemmt die Altersvorgänge in den Geweben.

Kieselsäure schleust Kalzium und andere nötige Mineralien in die Knochensubstanz, fördert das Immunsystem und die Bildung von Fresszellen (Phagozyten im Blut und Lymphsystem, die Viren und Bakterien vernichten).

Mit zunehmendem Alter nimmt der Kieselsäuregehalt in den Geweben ständig ab. Bei Haarausfall, glanzlosem Haar und brüchigen Nägeln, auch faltiger Haut, Bindegewebsschwäche, Krampfadern, Gelenkschäden und Schwäche des Nervensystems können oft Zeichen eines Kieselsäuremangels sein.

Braunhirse ist Schönheits- und Heilnahrung

Die Braunhirse zählt zu den basenbildenden Getreidesorten und ist mit ihrem enormen Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Sie ist noch ursprünglich, also weder gezüchtet – noch genmanipuliert. In China zählte man die Hirse zu den fünf heiligen Pflanzen und Pythagoras soll Hirse für die Gesundheit und Stärkung der Kraft empfohlen haben.

Sie ist ein wertvolles Lebensmittel, mit dem man der Übersäuerung und Verschlackung entscheidend entgegenwirken kann.

Es gibt viele positive Berichte- besonders von Frauen- die mit Braunhirse endlich ihren Haarausfall im Wechsel in den Griff bekommen haben. Das Haar erholt sich, wird voller, bekommt wieder mehr Länge und seinen Glanz zurück.

Die Blutgefäße enthalten viel Kieselsäure, was sie elastisch hält. Bei steter Säurebelastung und gleichzeitigem Vitamin C Mangel werden die Gefäßwände brüchig und starr.

Ähnlich verhält es sich mit Krampfadern und Hämorriden. Das Essen von Braunhirse kann zusammen mit einer Ernährungsumstellung auf basenüberschüssig und vitalstoffreich einige Erfolge bringen.

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Es gibt verschiedene Wege des Essens von Braunhirse

Braunhirse wird in einem speziellen Mahlverfahren zu feinstem Mehl zermahlen. Das geschieht im Zentrophanverfahren, was die besonders gehaltvollen aber harten Randschichten des Hirsekorns so zerkleinert, dass sie für uns resorbierbar werden.

Die normale Einnahmeempfehlung für Braunhirse liegt bei 1-4 Esslöffel pro Tag. Wenn sie zusammen mit viel frischen Gemüse, Obst und Salaten gegessen wird, braucht man sich über den Gehalt an Phytinsäure nicht so viele Gedanken machen. Phytinsäure wirkt sich eher negativ aus, wenn nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden oder insgesamt in der Ernährung der säurebildende Anteil der Ernährung überwiegt.

Für sehr empfindliche Menschen mit Reizdarm ist es wahrscheinlich besser, wenn die Braunhirse angekeimt wird. Es gibt auch fertige Braunhirsekeimlinge zu kaufen. Diese enthalten weder Tannine, noch Phytinsäure und sind somit auch für empfindliche Personen bestens geeignet.

Weil Hirse Gluten frei ist, kann sie von jeder Person mit Zöliakie in den Ernährungsplan aufgenommen werden.

Mein Lieblingsbrei mit Braunhirse:

  • 4 El. Haferflocken
  • 3 El. Braunhirse, gemahlen
  • 2 El. Gojibeeren
  • 2 El. Granatapfelkerne

Alles, bis auf den Granatapfel morgens in 250-300 ml Wasser einweichen und bis mittags stehen lassen. Dann den Brei in eine Schüssel geben, mit den Granatapfelkernen bestreuen und genießen J.

Das Vitamin C aus den Früchten hilft bei der Resorption der anderen Stoffe. Hafer und Braunhirse sind beides echte Vitalstoffbomben. Und die Gojibeere? Die ebenfalls…schau dazu bitte hier.

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Einen Hinweis:

Hirse besitzt einen fast 4%igen Fettsäureanteil. Drei Viertel davon sind ungesättigt und damit schnell verderblich. Aus diesem Grunde rate ich, Hirse unbedingt kühl, dunkel, trocken und nicht zu lange zu lagern.

Goldhirse wird empfohlen, vor dem Kochen heiß abzuspülen , um eventuelles oxidierte Fettsäuren an der Oberfläche zu entfernen.

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Über die Autorin:

Ich stehe für die Kraft der Liebe zum Ursprünglichen und Natürlichen und für die Wichtigkeit von einer starken Beziehung zu sich selbst, zu den Menschen, die man liebt und zu unserer Mutter Natur. Als Fachberaterin für holistische Gesundheit und Kräuterkundige freue ich mich von ganzen Herzen, Menschen auf ihrem Weg zu einer ganzheitlich natürlichen Lebensweise zu unterstützen.