An zwei Tagen in der Woche nur 500 kcal zu sich zu nehmen und das in der Zeit zwischen 11 und 18 Uhr, ist einfach. Dabei leicht verdauliche, vitalstoffreiche Kost bevorzugen und viel Tee und Wasser trinken- das klingt doch eigentlich ganz leicht. Der Effekt, der dadurch erzielt werden kann, ist dabei höchst erstaunlich…
Was bewirkt das Kurzzeit Fasten?
Forscher fanden heraus, dass das Reduzieren der Nahrung die Langlebigkeit erhöht. Einige Studien haben das schon vor mehr als sechzig Jahren herausgefunden (siehe Links am Ende).
Fasten bringt viele Vorteile für unser Gehirn. Es unterstützt die kognitiven Fähigkeiten, fördert neurotrophische Faktoren (Was sind neurotropische Faktoren? *), fördert die Stress Resistenz und hemmt Entzündungen.
Fasten kann das Wachstum neuer Nervenzellen von den Stammzellen des im Hippocampus stimulieren. Es erhöht die Anzahl der Mitochondrien in den Nervenzellen- als Reaktion auf die Anpassung an den „Stress“, der durch das Fasten ausgelöst wird. Dieser Fakt hat zur Folge, dass die Fähigkeiten der Neuronen, bessere Verbindungen untereinander zu schaffen, verbessert wird. Dadurch erhöhen sich deutlich die Lern- und Merkfähigkeiten.
Intermittierendes Fasten verbessert die Fähigkeit der Nervenzellen, ihre DNA zu reparieren.
Das Verzichten auf Nahrung fördert die Stärkung des Immunsystems und hilft ihm, sich zu erneuern und regt Stammzellen eines Organs oder des Systems an, sich zu regenerieren. (lt. Studie von Forschern der Southern California University, publiziert im „Cell Stem Cell“**)
Es wurde in vielen früheren Studien mehrfach belegt, dass Fasten – besonders das regelmäßige, wöchentliche Kurzfasten- die Risiken von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Alzheimer und Demenz sowie Krebs deutlich reduziert. Die Liste der positiven Ergebnisse zu Forschungen über die gesundheitlichen Auswirkungen des Fastens ist lang. Da kommt man doch zur Frage:
Warum entscheiden sich so wenig Menschen für das Kurzzeit Fasten?
Zunächst leben wir seit Jahrzehnten mit der Tradition, am Tag mindestens drei Mahlzeiten zu uns zu nehmen. Morgens, mittags und am Abend zu essen, verschafft eine gewisse Routine, die dem Tag Struktur verleiht. Essen ist lustvoll und besonders schön, im Kreise der Familie oder von Freunden. Die Idee des Fastens verbinden die meisten Menschen mit Verzicht und damit auch mit Abgrenzung aus den sozialen „Normen“. Deshalb wirkt es so unattraktiv, sich näher damit zu beschäftigen.
Nicht so beim Kurzzeit Fasten, denn es ist nur eine andere Art des Essens. Mit dieser guten Gewohnheit ließe sich alles miteinander verbinden: kein Verzicht auf Essen generell, nur ab und an eine zeitliche Verschiebung und die enormen gesundheitlichen Vorteile, da diese Form des Essens mit sich bringt. Sie ist einfach umzusetzen und dadurch hat sie auch eine Chance auf eine dauerhafte Aufnahme im Rhythmus gesundheitsbewusster Menschen.
Der einzige Nachteil bestünde nur darin, dass, wenn das Kurzzeitfasten als neuer Ausdruck der modernen und gesunden Lebensart von den meisten Menschen übernommen würde, die Nahrungsmittelindustrie Einiges an Umsatzeinbußen hinnehmen müsste 😉.
Wie genau funktioniert das Kurzzeit Fasten?
Ich persönlich mag die 5:2 Fasten Methode. Das bedeutet, an jedem Dienstag und jedem Freitag nehme ich nicht mehr als 500 Kcal zu mir und das nur in der Zeit zwischen 11 Uhr vormittags und 18 Uhr am Abend. In dieser Zeit trinke ich meinen grünen Smoothie um 11Uhr und ansonsten nur Tee und Wasser über den Tag verteilt. Gegen 17.30 esse ich eine leichte Gemüsesuppe oder esse einen grünen Blattsalat und trinke eine Gemüsebrühe. Danach esse ich nichts mehr. An den anderen Tagen der Woche ernähre ich mich normal.
Mit diesen zwei Tagen in der Woche verschaffe ich meinem Verdauungssystem insgesamt vier Kurzzeit Fasten Phasen zu je ca.15 Stunden, indem es sich in Ruhe entleeren kann und ich reduziere meine wöchentliche Nahrungsenergie um ca. 3000 kcal (an zwei Tagen in der Woche anstelle von 2000 kcal nur 500 kcal). Der gesundheitlich positive Effekt erhöht sich umso mehr, je gesünder und vitalstoffreicher die Ernährung generell zusammengesetzt ist.
Früher habe ich ein bis zwei mal im Jahr für jeweils 3 Wochen richtig gefastet ( nach der Saftfasten -Teekur von Breuß) , jedoch bekommt mir persönlich die intermittierende Form des Fastens besser, nicht nur wegen meines relativ niedrigen Blutdrucks. Es ist aus meiner Sicht einfacher, etwas regelmäßig zu tun und daraus eine gute Gewohnheit werden zu lassen, als sich immer wieder umzustellen. Natürlich kann man beide Methoden nicht in jedem Falle vergleichen. Für Menschen, die an schweren Krankheiten leiden und auf herkömmlichem Wege wenig Hoffnung auf Heilung haben, könnte eine von einem erfahrenen Naturarzt oder Heilpraktiker begleitete Fastenkur (beispielsweise nach Rudolf Breuß, einem österreichischen Heiler, der mit seiner Methode vielen tausenden Menschen und davon vielen mit Krebs- geholfen hat) deutliche gesundheitliche Verbesserungen bringen. Das regelmäßige Kurzzeit-Fasten ist eher eine phantastische und einfache Methode zur Prävention.
Es gibt auch andere Zeit Modelle , wie zum Beispiel jeden Tag erst ab Mittag essen und abends nicht mehr nach 19 Uhr. Man könnte auch jeden zweiten Tag in der Woche ein solches Kurzzeit-Fasten einlegen. Alles hängt von der körperlichen und gesundheitlichen Kondition, von der Absicht und der Motivation ab.
Ich habe übrigens vor Kurzem ein Buch gelesen, welches von Yoshinori Naguma, einem japanischen Chirurgen verfasst wurde. Er beschreibt unter dem Titel “Ein leerer Magen macht gesund“ seine seit Jahrzehnten praktizierte Art des intermittierenden Fastens, indem er nur eine vollständige Mahlzeit am Tag zu sich nimmt. Er ist davon überzeugt, dass ein voller Magen in unserer Evolution nicht vorgesehen ist. Der leere Magen ist Voraussetzung, damit der Körper Funktionen aktiviert, welche uns optimal regenerieren lassen, wenn wir uns also beispielsweise nur von einer Mahlzeit am Tag ernähren würden- so wie er.
Es lohnt sich immer, damit zu beginnen
Egal, in welcher Form das intermittierende Fasten auch durchgeführt werden würde, ich möchte dich dazu anregen, es für eine gewisse Zeit einfach selbst zu probieren. Schon mit einem Tag zeitversetzter und reduzierter Nahrungsaufnahme in der Woche können wir unserem Körper ein Signal geben und einen gewissen positiven Effekt provozieren. Warum es also nicht einfach einmal für eine gewisse Zeit selbst testen?
Doch bevor du mit dem Fasten beginnst, informiere dich ausführlich. Frage den Arzt deines Vertrauens, ob intermittierendes Fasten für dich gesundheitlich unbedenklich ist und hole seinen Rat ein.
Hinweis:
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Quellen:
* http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/neurotrophe-faktoren/46255
** https://news.usc.edu/63669/fasting-triggers-stem-cell-regeneration-of-damaged-old-immune-system/
http://ajcn.nutrition.org/content/78/3/361.full
http://jn.nutrition.org/content/31/3/363.full.pdf
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19135806
Hallo Sylvia,
Ich hatte nämlich bei dieser Methode schon immer sehr arge Heißhungerattacken, vielleicht probier ich’s wirklich mal anders, Vielen Dank und Liebe Grüße
Liebe Sylvia! Dein Beitrag kommt mir gerade recht 🙂 Seit langem versuche ich etwas abzunehmen und meinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen und ich habe nun schön öfter von intermittierendem Fasten gehört, zb von dieser 10in2 Methode. Hier wird jedoch für 34-36 Stunden gefastet. Kennst du diese? Wenn ja, was würdest du davon halten? Liebe Grüße Anna
Hallo liebe Anna, es gibt viele verschiedene Methoden des Kurzzeitfastens und das ist auch gut so, denn so kann Jeder für sich die geeignete herausfinden. Das 24-36h Fasten ist nur eine davon. Diese Methode könnte Schwierigkeiten machen für Menschen mit niedrigem Blutdruck und hohen Blutzuckerschwankungen. Hier kommt es zur Unterzuckerung mit Nebel im Kopf und das kann Durchschlafprobleme geben. So kann die Lust an dieser Form des IF schnell vergehen, weil man unter diesen Bedingungen ein arges Hungergefühl bekommt und dann doch etwas isst – mit einem schlechten Gefühl. Probiere es am Besten selbst aus. Wenn Blutzuckerschwankungen für dich kein Thema sind, ist diese Methode super. Liebe Grüsse, Sylvia